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Nachgerechnet
15.01.2005








Am Freitag berichteten die Medien unter Berufung auf die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), daß die Preise für Lebensmittel in Deutschland als Folge der LKW-Maut um "bis zu drei Prozent" ansteigen würden.

Für den Fall, daß diese Preiserhöhungen nicht durchgeführt würden und so die Kosten "einseitig auf die Industrie abgewälzt" würden, "warnte" die BVE bereits, daß dies letztlich zum Verlust von Arbeitsplätzen führen würde.

Rechnet man allerdings die tatsächlichen Kosten nach, so kommen an der Behauptung der BVE doch erhebliche Zweifel auf.

Für den bundesweiten Transport von Lebensmitteln werden meist Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von über 25 Tonnen eingesetzt - LKW mit einem Gesamtgewicht von weniger als 12 Tonnen sind von der Maut vollständig ausgenommen. Daß bereits über die Einführung von LKW mit einem Gesamtgewicht von 60 Tonnen und entsprechend größerer Nutzlast in Deutschland nachgedacht wird, sei hier nur am Rande erwähnt.

Geht man nun aufgrund der Tatsache, daß sich die Maut an den gefahrenen Kilometern bemißt, vom "schlimmsten Fall", einem Transport von Flensburg nach München über etwa 900 Kilometer Autobahn, aus, so ergibt sich - wiederum im "schlimmsten Fall" eines LKW mit der niedrigsten Schadstoffklasse und vier oder mehr Achsen - eine Maut von 126 Euro.

Nimmt man nun an, dieser LKW sei vollständig mit Äpfeln beladen - einem eher günstigen Nahrungsmittel - so würde die tatsächliche Menge der Äpfel aufgrund von Verpackungsmaterial und weiteren Verlusten - bei 20 Tonnen liegen.

Auf ein Kilogramm Äpfel umgerechnet würde die Maut also 0,0063 Euro oder 0,63 Euro-Cent betragen. Dies sind bei einem derzeit üblichen Preis für Äpfel in Supermärkten von 1,50 Euro allerdings nur 0,42 Prozent des Ladenpreises.

Zwar gibt es auch noch billigere Lebensmittel wie beispielsweise zu dieser Jahreszeit Kohl, um zu einer mautbedingten Preissteigerung von drei Prozent zu führen dürften diese allerdings höchstens 0,21 Euro kosten - ein zwar sicherlich aus Käufersicht wünschenswerter, aber kaum realistischer Preis.

Auch solche Nahrungsmittel, die aufgrund eines niedrigeren Verhältnisses von Gewicht zu Volumen - beispielsweise Gebäck - nur in geringeren Mengen mit LKW transportiert werden können, könnten durch ihren im Verhältnis zum Gewicht deutlich höheren Preis nicht derart teurer werden.

Es ist also zu vermuten, daß die Maut hier von der BVE vielmehr als Vorwand für Preiserhöhungen genutzt werden soll.





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