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Patrioten
18.01.2005








Auch wenn das Phänomen des US-amerikanischen "Patriotismus" - was kaum etwas anderes als eine weichgespülte Bezeichnung für Nationalismus ist - alles andere als neu ist, so scheint es doch an der Zeit für einige Gedanken zu dem Thema.

Die Haltung des "America first" - "Amerika zuerst", auch wenn damit eindeutig nur die USA und keineswegs andere Staaten auf dem amerikanischen Kontinent gemeint sind - existiert schon lange und scheint sich anhand des derzeitigen Status als "letzte Supermacht" auch bestätigt zu haben.

Katastrophal wirkt sich der Nationalismus der US-Bürger immer dann aus, wenn es zu Kriegshandlungen mit anderen Ländern kommt. Unabhängig von politischen An- und Einsichten wird es in diesen Situationen praktisch zum Tabu, den Präsidenten, die Regierung oder gar den Krieg selbst zu kritisieren.

Und so konnte auch George W. Bush trotz aller Unregelmäßigkeiten bei den letzten Wahlen behaupten, eben diese Wahlen hätten seine Irak-"Politik" bestätigt. Dies, obwohl selbst offiziellen Angaben des Pentagons zufolge bereits über 1.300 US-Soldaten getötet, tausende schwer verwundet und unglaubliche Summen für den Krieg aufgewendet wurden - gar nicht zu reden von den über 100.000 getöteten Irakern.

Die Tatsache, daß bereits ein Spielfilm über die US-Großoffensive gegen die irakische Stadt Fallujah, bei der diese zum großen Teil zerstört wurde, geplant ist, ist zweifellos ein weiteres Indiz für das bedingungslose Zusammenrücken der US-Bürger hinter dem Militär.

Häufig sind es Kleinigkeiten, die helfen, der Wahrheit näher zu kommen. Daher erfolgt hier mit Sportwagen ein Blick auf ein eher ungewöhnliches Gebiet.

Die Bezeichnungen für Automodelle kommen nicht von ungefähr. Die Werbeabteilung studiert den Markt, entwickelt Vorschläge, die durchdacht und schließlich in Umfragen auf ihre Wirkung überprüft werden. Die Modellbezeichnungen geben also in gewisser Weise auch ein Stimmungsbild wieder.

An erster Stelle mag hier die Chevrolet Corvette in den Sinn kommen, schließlich ist eine Korvette ein Kriegsschiff. Dieses Modellbezeichnung wird allerdings seit Jahrzehnten unverändert benutzt.

Auch der Dodge Charger - wahlweise eine Ableitung von Turbolader oder die Bezeichnung "Schlachtroß" - der im kommenden Jahr neu aufgelegt werden soll, wurde schon in den Jahren 1966 bis 1974 das erste Mal gebaut - allerdings fällt hier zweifellos schon der zeitliche Zusammenhang zum Vietnamkrieg von 1964 bis 1973 auf.

Keinen Raum mehr für Spekulationen hinsichtlich der Namensgebung hat allerdings Chrysler bei einem neu vorgestellten Konzept gelassen. Der Sportwagen wurde "Firepower" ("Feuerkraft") genannt.

Daß ein Autohersteller eine solche Bezeichnung für einen Wagen angesichts eines aktuell geführten Krieges, in dem täglich Menschen getötet und verletzt werden, nicht nur für akzeptabel, sondern offenbar auch für verkaufsfördernd hält, könnte in der Aussage kaum deutlicher sein.





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