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"Saddam light"
19.01.2005








Schon Mitte des letzten Jahres gab es Berichte, daß der "irakische Übergangspremierminister" Iyad Allawi wenige Tage vor seiner Einsetzung durch die US-Besatzer eigenhändig in einer Polizeiwache 6 wehrlose Gefangene erschossen hat.

Damals bezogen sich die Berichte auf die Aussagen von zwei anonym gebliebenen Augenzeugen, die die Tat vorgeblich mit mindestens 12 anderen Polizisten, aber auch mindestens 4 US-Amerikanern, beobachtet hatten. Demnach schoß Allawi den gefesselten und mit verbundenen Augen an einer Mauer stehenden Männern jeweils eine Kugel in den Kopf. Auch der "irakische Übergangsinnenminister" Falah al-Naqib, soll anwesend gewesen sein und Allawi nach der Tat gratuliert haben.

Die Büros von Allawi und al-Naqib haben den Vorfall bestritten, auf eine entsprechend Anfrage des Sydney Morning Herald (SMH) an den US-Botschafter John Negroponte erfolgte allerdings nur eine ausweichende Antwort und kein Dementi.

Tatsächlich wurde der SMH bei Nachforschungen behindert, so verweigerte das "irakische Innenministerium" Journalisten der Zeitung die Genehmigung, den Polizeikomplex, in dem sich der Vorfall ereignet haben soll, zu betreten.

Andererseits konnten die beiden Augenzeugen aber keine exakten Angaben zum Datum der Ermordung der Gefangenen machen, was angesichts der Tragweite zumindest ungewöhnlich sein dürfte.

In einem Artikel des am 24. Januar erscheinenden New Yorkers wird nun allerdings ein weiterer, wenn auch nur indirekter Zeuge zitiert. Demnach sagte "ein bekannter früherer Minister der Regierung" Jordaniens gegenüber dem Journalisten Jon Lee Anderson, daß ihm gegenüber ein amerikanischer Beamter die Ermordung der Gefangenen durch Allawi bestätigt habe.

Ein Freund Allawis sagte "Iyad ist ein Gangster, aber ein Gangster, wo er einer sein muß. Die Amerikaner, die das aufgezogen haben, nennen ihn Saddam light."

Auch wenn diese neuen Aussagen letztlich nur Hörensagen sind, so sind es doch zumindest weitere Indizien, die vermuten lassen, daß Allawi die Morde an den sechs Gefangenen tatsächlich begangen hat.

Letztlich ist dies aber fast als unwichtig zu bezeichnen, da er - wenn auch nur auf Anordnung der US-Besatzer - das US-Militär um die Großoffensive gegen die Stadt Fallujah, die hierbei größtenteils zerstört wurde, "gebeten" hat und so zumindest die moralische Mitschuld am Tod tausender Menschen trägt.





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