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Kampf der Natur
24.01.2005








Daß Norwegen das einzige Land auf der Welt ist, das nach wie vor offen zugibt, aus kommerziellen Gründen Wale zu fangen - Japan beispielsweise behauptet, dies würde nur zu Forschungszwecken geschehen - ist lange bekannt.

Ein im vergangenen Dezember von Greenpeace veröffentlichter Bericht, demzufolge Norwegen die Fangquote für dieses Jahr drastisch auf 797 Wale erhöht hat, fand kaum Beachtung. Dabei ist die Erhöhung der Fangquote von der bisherigen Zahl von 670 Tieren um so erstaunlicher, als es den norwegischen Walfängern in den vergangenen Jahren nicht gelungen, selbst diese "niedrigere" Quote zu erreichen.

"Der Irrsinn geht weiter", sagte Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace. "Obwohl Minkewale durch die Internationale Walfangkommission IWC seit 1982 geschützt sind, müssen auch im kommenden Jahr wieder mehrere hundert Tiere ihr Leben lassen. Halsstarrig hält Norwegens Regierung daran fest, daß Walfleisch traditionelle Ernährung der Bevölkerung sei. Dabei läßt sich das Fleisch aufgrund der starken Belastung mit den verschiedensten Giften nur schlecht verkaufen. Die Jagd macht keinen Sinn, Norwegen muß sie aufgeben und sich an internationale Beschlüsse halten."

Eine Meldung der britischen BBC vom vergangenen Freitag zeigt, daß die norwegische Regierung offenbar in jedem Fall wirtschaftlichen Erwägungen den Vorzug gegenüber dem Schutz der Natur gibt.

So hat sie kürzlich entschieden, fünf der in Norwegen lebenden Grauwölfe zum Abschuß freizugeben. Begründet wird dies mit dem notwendigen Schutz der kommerziellen Viehzucht im Land. Nun erscheint die Zahl der zu tötenden Wölfe auf den ersten Blick alles andere als hoch, tatsächlich wird die Gesamtzahl der in Norwegen noch lebenden Grauwölfe allerdings auf 20 geschätzt, so daß nun ein Viertel der Gesamtpopulation getötet werden soll. Aufgrund ihrer geringen Zahl werden Grauwölfe in Norwegen als kritisch bedrohte Tierart aufgeführt und stehen unter Schutz.

Rasmus Hansson, Leiter des WWF in Norwegen, sagte dazu: "Wenn der norwegische Umweltminister nicht diese Jagd beendet, wird er die zweifelhafte Ehre haben, die reguläre Jagd auf eine landesweit bedrohte Tierart zu erlauben. Die Tötung von 20 bis 30 Prozent einer Population dieser Größe ist eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben dieser Art in Norwegen. Diese Vorgehensweise widerspricht international akzeptierten Grundsätzen der Wildpflege. Kein anderes Land das ich kenne hat eine derart aggressive Politik gegen seine Wölfe."

Auch ein Beschluß des norwegischen Parlaments vom Mai letzten Jahres, daß mindestens drei Rudel der Tiere erhalten werden müssen, ist durch die bereits erfolgte Tötung von zwei Grauwölfen schon gefährdet.

"Ein Wolf aus einem Rudel wurde am 15. Januar erschossen und eine Wölfin eines anderen Rudels am 21. Januar", so Hansson gegenüber der BBC. "Wir kennen nicht die genaue Größe des Rudels, weil wir nicht wissen, ob sie im letzten Sommer Junge bekommen haben. Wenn ja, werden diese verwaist sein. Jetzt haben sie aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Tötung des falschen Tiers ein weiteres Rudel zerstört. Das Tier war ein Alpha-Weibchen, die Nachzucht könnte also betroffen sein und das Rudel könnte sich auflösen."

Schon jetzt ist die Population in Norwegen, aber auch im gesamten skandinavischen Raum bei weitem zu niedrig.

"Es gibt in dieser Population aufgrund ihrer kleinen Größe eine ernste Gefahr der genetischen Degeneration. Eine genetisch gesunde Population ... sollte mindestens 800 Tiere umfassen", so Hansson. Einer kürzlich erstellten Studie zufolge leben im skandinavischen Raum höchstens 120 dieser Tiere.





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