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Terroristen oder Widerstandskämpfer?
25.01.2005








Wie die italienische Corriere delle Sera am Montag berichtete, hat ein Gericht des Landes drei Angeklagte vom Vorwurf des Terrorismus wegen ihrer Beteiligung am irakischen Widerstand freigesprochen.

Die drei Männer waren zusammen mit zwei weiteren beschuldigt worden, "Selbstmordattentäter" für den Irak rekrutiert zu haben. Die Verfahren der beiden anderen Angeklagten wurden an ein anderes Gericht verwiesen. Trotz der Freisprüche bleiben die Männer allerdings weiter in Haft, da sie in weiteren Anklagepunkten - der Unterstützung "illegaler Einwanderung" nach Italien - schuldig gesprochen wurden.

In der Urteilsverkündung zweifelte das Gericht in Milano nicht die Beteiligung der Angeklagten hieran an, sondern entschied vielmehr, daß dies Aufgrund der derzeitigen Besetzung des Iraks durch ausländische Truppen nicht pauschal als "Terrorismus" gewertet werden könne.

"Wer Attentate in einem kriegerischen Umfeld unternimmt, die keine Zivilisten treffen, ist kein Terrorist", so die Richterin Clementina Forleo in ihrer Urteilsbegründung, in der sie sich auch auf die von den Vereinten Nationen festgelegte Definition von "Terrorismus" bezog.

Erwartungsgemäß führte das Urteil zu starker Empörung innerhalb der italienischen Regierung, so sprach der italienische Außenminister Gianfranco Fini von "Wut und Fassungslosigkeit". Der Entwicklungsminister Roberto Calderoni wurde noch deutlicher, als er sagte, daß sich ihm angesichts der Urteils "der Magen umdreht".

Dieses Urteil ist umso bemerkenswerter, als im November 2003 17 italienische Soldaten durch eine Autobombe getötet worden sind.





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