www.Freace.de
Impressum und Datenschutz


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Die Wiederkehr der DDR
30.01.2005








Die Wahlbeteiligungen in der DDR waren ebenso legendär wie die Quote der angeblichen Zustimmung zur regierenden "Partei" - beide wurden zumeist mit Werten über 99 Prozent angegeben.

Bereits mehrere Stunden vor Schließung der "Wahllokale" im Irak meldete nun AP zufolge Adel al-Lami, ein Mitarbeiter der "Unabhängigen Wahlkommission", daß die Wahlbeteiligung im Irak bei 72 Prozent gelegen habe. Diese Zahl ist zwar von 99 Prozent noch weit entfernt, aber kaum glaubwürdiger. Tatsächlich behauptete er sogar, daß die Wahlbeteiligung in einigen Stadtteilen der Hauptstadt Baghdads bei bis zu 95 Prozent gelegen habe.

Al-Jazeera hingegen hat die Beteiligung des sunnitischen Teils der irakischen Bevölkerung - der bei etwa 35 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt - an den "Wahlen" als "geringfügig" bezeichnet. Fünf Stunden nach Beginn der "Wahlen" hatten Wahllokale in den Orten Latifiya, Mahmudiya und Yusufiya nach Auskunft des Sprechers der "Wahlkommission", Farid Ayar, noch nicht geöffnet.

In Fallujah hat Berichten zufolge nur ein Mann seine Stimme abgegeben.

In der Stadt Samarra sagte der Vorsitzende des dortigen "Stadtrats", daß aufgrund der Sicherheitslage kein Bürger in der Stadt wählen würde. Selbst die Wahlhelfer blieben dort den Wahllokalen fern.

Eine weitere AP-Meldung fügte der Liste von Städten, in der praktisch keine Menschen ihre Stimme abgegeben haben, noch Ramadi, Beiji und den Baghdader Stadtteil Azamiyah, wo die Wahllokale überhaupt nicht geöffnet wurden, hinzu.

Bereits am Dienstag hatte die britische BBC berichtet, daß sich selbst von jenen im Ausland lebenden Personen, die als berechtigt zur Wahlbeteiligung angesehen wurden, nur knapp ein Viertel tatsächlich hat registrieren lassen - und dies, obwohl im Ausland nicht die miserable Sicherheitslage hinzukommt.

Hier ergibt sich allerdings die richtige Spur. So hatte al-Lami gesagt, daß in einigen Teilen Baghdads 95 Prozent "der registrierten Wähler" ihre Stimme abgegeben hätten. Dies sagt allerdings nichts darüber aus, wieviele der Wahlberechtigten sich überhaupt für die "Wahl" hatten registrieren lassen, worüber auch keine eindeutigen Zahlen veröffentlicht worden sind. Da die "Wahl" von großen Teilen der irakischen Bevölkerung als unrechtmäßig angesehen wurde, es zahllose Drohungen gegen Wähler und Wahllokale gab - tatsächlich kam es zu zahlreichen Angriffen - und mehrere Gruppierungen zu einem Wahlboykott aufgerufen hatten ist allerdings anzunehmen, daß eine große Zahl der Wahlberechtigten sich schon nicht hat registrieren lassen.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail