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Zu wenig Kanonenfutter
04.02.2005








Wie AP am Donnerstag berichtete, ist es den US-Marines im letzten Monat zum ersten Mal seit fast 10 Jahren nicht gelungen, ihr selbstgestecktes Rekrutierungsziel von 3.270 zu erreichen, auch wenn sie es nur knapp um 84 neue Rekruten verfehlt haben.

Selbst diese Zahl war aber offenbar nur mit einem weitaus größeren Aufwand als üblich zu erreichen. Da die Hauptziele der Anwerber, die 17-jährigen angehenden Schulabgänger der Oberschulen, noch auf die Einwilligung ihrer Eltern angewiesen sind, stellen sich diese angesichts der steigenden Verluste im Irak und Afghanistan vermehrt den vermeintlichen Karrieren ihrer Kinder in den Weg.

"Es ist eine natürliche Reaktion in Kriegszeiten, daß eine Mutter und ein Vater Bedenken haben und so auf die Bremse treten", sagte Major Dave Griesmer, Sprecher der Rekrutierungsführung des Marine-Korps. Dies entspricht allerdings nur teilweise der Wahrheit, da es gerade auch in den USA ein Zeichen des "Patriotismus" ist, "seinem Land in Zeiten der Not zu dienen."

"Was wir machen ist, mehr mit den Eltern zusammenarbeiten", so Griesmer, der augenscheinlich eigentlich "bearbeiten" meinte. "Während es früher vielleicht nur einen Besuch brauchte, damit sie einwilligten, braucht ein Anwerber nun zwei, drei, vier" Besuche.

"Man muß härter arbeiten, um ihnen klarzumachen, daß dies kein Todesurteil ist", sagte der pensionierte 3-Sterne-General der US-Marines Bernard Trainor. Vielleicht kein Todesurteil, aber doch ein Los in einer höllischen Lotterie, in der neben dem Hauptpreis auch verlorene Arme und Beine, Krebs durch Uranmunition, schwere psychologische Störungen durch eigene Taten und die anderer und viele weitere Preise zu vergeben sind. Insbesondere ein Eintritt bei den US-Marines bietet hier offenbar steigende Chancen. So waren von den insgesamt 137 offiziell bekanntgegebenen im November 2004 im Irak getöteten US-Soldaten 72 - über die Hälfte - US-Marines. Im Januar dieses Jahres waren es 42 von 107. Von Juli 2003 bis Februar 2004 war nicht ein einziger US-Marine im Irak getötet worden.

Auch andere Waffengattungen haben diese Probleme bei der Anwerbung neuer Rekruten. Zwar zeigte sich General Richard Cody, der stellvertretende Stabschef, am Mittwoch vor dem US-Kongreß überzeugt, daß die US-Armee in diesem Jahr ihr Rekrutierungsziel von 80.000 erreichen würde, die Nationalgarde und die Reserve der Armee liegen allerdings schon hinter den gesteckten Zielen zurück, die Nationalgarde hat sogar das Jahresziel des vergangenen Jahres nicht erreicht.





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