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Zuviel Wahrheit
12.02.2005








Einer AP-Meldung vom Freitag zufolge ist Eason Jordan, der bisherige Leiter des Nachrichtenressorts des US-Senders CNN als Folge seiner Anmerkung, das US-Militär würde gezielt gegen Journalisten vorgehen, zurückgetreten.

Seine Bemerkung beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte schnell zu einem Sturm der Entrüstung geführt, in dessen Verlauf er sich von seiner Aussage immer mehr distanzierte und versuchte, sie umzudeuten.

Nur wenige Tage nach Jordans Äußerung war bereits von mehreren Anhängern neo-konservativer Politik die Website Easongate eingerichtet worden, auf der unter anderem auch zur Unterzeichnung einer Petition, die die Entlassung Jordans fordert, und zum Schreiben von entsprechenden Protest-E-Mails an CNN aufgerufen wurde.

Jordan selbst erklärte seinen Rücktritt offiziell damit, daß er Schaden von CNN abhalten wolle.

"Ich habe mich entschlossen zurückzutreten, um zu verhindern, daß CNNs Ruf durch die Kontroverse um widersprüchliche Berichte über meine kürzlichen Anmerkungen hinsichtlich der alarmierenden Zahl von im Irak getöteten Journalisten unfair Schaden nimmt", sagte er.

"Ich habe mein Arbeitsleben gewidmet, um CNN dabei zu helfen, zum am meisten vertrauten und respektierten Nachrichtenmedium der Welt zu werden und ich würde niemals etwas tun, um meine Arbeit oder die von tausenden talentierter Menschen, mit denen zu arbeiten mir eine Ehre ist, aufs Spiel zu setzen", so Jordan, der seit 1982 bei CNN beschäftigt war.

Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie eng ein großer Teil der US-Medien in die US-Politik eingebunden sind. Offenbar ist es nicht mehr möglich, eine derart unbequeme Wahrheit auszusprechen, ohne umgehend entsprechende "Konsequenzen" ziehen zu müssen. Wenn dies allerdings sogar für so hochrangige Mitarbeiter wie Jordan zutrifft, so sagt dies zweifellos viel über die Machtstrukturen aus.





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