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In Guantánamo geblendet
17.02.2005








Wie die britische BBC am Donnerstag berichtete, ist Omar Deghayes, der von den USA seit Anfang 2002 im Lager Guantánamo Bay auf Kuba gefangengehalten wird, von Wärtern gefoltert worden und dadurch auf einem Auge erblindet.

"Sie brachten ihr Pfefferspray und hielten ihn zu Boden. Sie hielten seine beiden Augen offen und sprühten ihm Pfefferspray in die Augen und nahmen später ein Handtuch, das mit Pfefferspray vollgesogen war und rieben es ihm in die Augen", so Clive Stafford Smith, der Anwalt des 35-jährigen Deghayes, bei einer Pressekonferenz in London.

Einer der Wärter stach Deghayes außerdem mit dem Finger in sein rechtes Auge, berichtete Smith weiter.

"Omar konnte mit beiden Augen zwei Wochen lang nichts sehen, erlangte seine Sehkraft aber auf einem Auge langsam zurück", so Smith. "Er ist auf dem rechten Auge vollkommen blind. Ich kann berichten, daß sein rechtes Auge vollkommen weiß und milchig ist - er kann damit nichts sehen, weil er von den USA in Guantánamo geblendet wurde."

Deghayes war 1986 aus Libyen nach Großbritannien geflohen, hatte dort aufgrund einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung gelebt und studiert und auch einen Antrag auf Einbürgerung gestellt, die britische Regierung steht aber auf dem Standpunkt, daß sie sich nicht für ihn einsetzen könne, da er nicht die britische Staatsbürgerschaft besitzt, berichtete AFP. Seine Mutter Zohra Zewawi bezeichnete es als "lächerlich", zu erwarten, daß Libyen sich für ihn einsetzen solle, da er schon vor so langer Zeit aus dem Land geflohen war, nachdem sechs Jahre zuvor sein Vater ermordet worden war - angeblich von libyschen Regierung.

Die USA behaupten, daß er geholfen hat, junge Männer in der britischen Stadt Brighton für extremistische Gruppen anzuwerben und daß er außerdem in die Anschläge von New York und Madrid verwickelt sei. Allein die Tatsache, daß er sich zum Zeitpunkt der verheerenden Bombenanschläge in Madrid bereits seit Jahren in Gefangenschaft befand, zeigt bereits, wie haltlos diese Vorwürfe sind.





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