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Terror oder Provokation?
18.02.2005








Wie die Medien am Freitag berichteten, ist es einen Tag vor dem shiitischen Feiertag der Aschura, der an den Tod des Imam Hussein und seiner 72 Gefolgsleute erinnert und eine bedeutende Rolle im shiitischen Glauben spielt, im Irak zu mehreren Anschlägen gekommen, bei denen AP zufolge mindestens 36 Menschen getötet wurden.

Die Anschläge, wobei es sich den Berichten zufolge mehrheitlich um Selbstmordattentate handelte, richteten sich dabei gegen shiitische Moscheen, die aufgrund des islamischen Feiertags, des Freitags, noch zusätzlich gut besucht waren.

Nun kann zwar zweifellos nicht ausgeschlossen werden, daß sich sunnitische Muslime - die zumindest als Urheber der Anschläge vermutet werden - derart weit von ihrem Glauben entfernt haben, daß sie Anhänger der shiitischen Glaubensrichtung derart hassen, daß sie bereit sind, sie zu ermorden, die scheint aber zumindest unwahrscheinlich.

Letztlich könnten insbesondere sunnitische Iraker durch die Verübung solcher Anschläge nur verlieren. Die Bevölkerungsmehrheit im Irak ist Anhänger des shiitischen Glaubensrichtung, was sich auch in dem "Wahlergebnis" widerspiegelt. Diese Mehrheit gegen sich aufzubringen scheint kaum eine sinnvolle Strategie zu sein. Während die Angriffe auf die Besatzer sicherlich zumindest die Möglichkeit bieten, diese durch einen "Zermürbungskrieg" letztlich zum Abzug zu zwingen, wäre diese Hoffnung hinsichtlich der shiitischen Iraker illusorisch.

Derartige Anschläge können letztlich nur dazu beitragen, daß das Land in einen Bürgerkrieg gerät.

Hier stellt sich nun einmal mehr die Frage, wer von einer solchen Entwicklung profitieren würde. Die sunnitischen Iraker mit Sicherheit nicht, da sie nur eine - wenn auch verhältnismäßig große - Minderheit der Bevölkerung darstellen. Gläubige Shiiten würden niemals andere Muslime und insbesondere Shiiten ermorden - wobei auch hier natürlich die gleiche Einschränkung zu machen ist, wie zuvor bei Sunniten.

Angesichts der Bevölkerungsverteilung im Irak wäre es vollkommen widersinnig zu glauben, durch solche Anschläge an die Macht gelangen zu können, indem die Mehrheit der Shiiten zur Aufgabe bewegt würde - insbesondere im Hinblick auf deren Glaubensgrundsätze.

Die Schlußfolgerung, daß durch diese Anschläge - wie auch durch zahllose weitere in der Vergangenheit, nicht zuletzt auch anläßlich des Aschura-Festes im vergangenen Jahr - ein Keil zwischen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Iraks getrieben, wenn nicht gar ein Bürgerkrieg ausgelöst werden soll. Die Frage nach den größten Nutznießern einer solchen Entwicklung könnte den entscheidenden Hinweis auf die Verantwortlichen für die Anschläge liefern.





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