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Halber Einsatz und doppelter Gewinn
19.02.2005








Wie beispielsweise der Boston Globe am Samstag berichtete, wird US-Präsident George W. Bush bei seiner am Sonntag beginnenden Europatournee versuchen, die europäischen Staaten dazu zu bewegen, den Iran und Syrien gemeinsam mit den USA zu "isolieren".

Gegenüber dem Staatsfernsehen der Slowakei wollte er ein militärisches Vorgehen gegen den Iran nicht ausschließen, sagte aber "Ich glaube, daß die Diplomatie funktionieren kann, so lange die Iraner nicht Europa und die Vereinigten Staaten spalten." Die hier ausgedrückte Hoffnung erinnert nur zu fatal an die Situation vor Beginn des US-Angriffskriegs gegen den Irak.

Daß Bush versuchen will, Europa bei seinem Vorgehen gegen Syrien und insbesondere den Iran mit ins Boot zu holen, kann kaum verwundern.

Einerseits wäre sein Vorgehen - letztlich auch ein militärisches - dadurch wesentlich eher legitimiert als bei einem Alleingang, andererseits aber wären gerade Sanktionen natürlich auch bedeutend effektiver.

Dies wären aber nicht die einzigen Vorteile. Außerdem würde so verhindert, daß Europa mit iranischem Öl beliefert würde, während die USA auf andere Länder, die ihnen wie beispielsweise Venezuela aber auch nur wenig gewogen sind, angewiesen wäre. Auch würde eine derart geschlossene Front dazu beitragen, den Graben zwischen muslimischen Ländern und eben auch Europa weiter zu vertiefen, was zweifellos im Sinne des "Kampfs der Kulturen" im Interesse der US-Regierung ist.

Darüberhinaus könnte eine Beteiligung europäischer Staaten es aber auch schaffen, einen Keil zwischen Europa und Rußland, das immer wieder bekräftigt, hinter dem Iran zu stehen und ihn weiterhin mit Atommaterial für seinen Reaktor beliefern will, treiben.

Der durch ein solches Vorgehen für die europäischen Länder mögliche Gewinn ist weitaus weniger umfänglich. Er bestünde nur in der "Dankbarkeit" des US-Präsidenten - die allerdings, wie die Geschichte gezeigt hat, von sehr kurzer Dauer sein kann.

Auch wenn Frankreich, Großbritannien und Deutschland bereits angekündigt haben, statt auf Sanktionen auf finanzielle Anreize für Teheran setzen zu wollen, bleibt doch abzuwarten, inwieweit sie sich Bushs Reizen entziehen werden können.





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