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Spur nach Australien
19.02.2005








Einer Meldung des australischen Sydney Morning Herald vom Freitag zufolge führt eine Spur im Fall des tödlichen Attentats auf den früheren libanesischen Premierminister Rafiq Hariri nach Australien.

Der libanesische Justizminister Adnan Addoun sagte, die Behörden des Landes hätten Kontakt mit Interpol in Sydney aufgenommen, um die Abreise von 12 Australiern aus Beirut nach Australien am Tag nach dem Anschlag, bei dem insgesamt 17 Menschen getötet wurden, zu klären.

Neben den 12 Männern mit australischer Staatsbürgerschaft wollten Addouns Aussage zufolge zwei weitere Australier ausreisen, die ihren Flug aber aus unbekannten Gründen nicht erreichten und deren Aufenthaltsort derzeit nicht bekannt ist.

Interpol hat sich bereit erklärt, die 12 Männer zu befragen und drei von ihnen haben sich demnach bereits gemeldet. Addoun wollte zwar keine näheren Angaben zu den genauen Verdachtsmomenten gegen die Männer machen, sagte aber, daß auf den Flugzeugsitzen einiger der Männer Spuren des Sprengstoffs TNT gefunden worden seien.

Eine AP-Meldung vom Samstag belegt, wie hochentwickelt der Anschlag auf Hariri offenbar war.

"Die Bombe war unterirdisch plaziert worden, insbesondere, da der Krater so groß war", sagte Hisham Jaber, ein pensionierter Brigadegeneral und ehemaliger Professor an der libanesischen Universität des Militärs und Kommandostabs. "Selbst ein Auto mit 1.000 Kilogramm TNT würde nicht einen solchen Krater erzeugen."

Außerdem befand sich der Krater Jaber zufolge in der Nähe der Straßenmitte, was ebenfalls gegen ein mit Sprengstoff gefülltes geparktes Auto spräche. Einen Selbstmordanschlag bezeichnete er als unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten.

Nach seiner Aussage verfügte der Konvoi Hariris außerdem über technische Vorrichtungen, um Funkübertragungen zu blockieren, so daß die Bombe entweder direkt durch ein Kabel oder mithilfe eines Geräts, daß Hariris Gegenmaßnahmen wiederum außer Kraft setzt, gezündet worden sein müsse.

All diese Informationen deuten also weitaus mehr auf die Tat eines Geheimdienstes denn einer bisher unbekannten und nicht in Erscheinung getretenen Organisation, die sich in einem Video zu dem Anschlag bekannt hat, hin.

In diesem Zusammenhang ist eine Meldung der australischen News.com.au vom 8. Februar sicherlich bemerkenswert. Nachdem im vergangenen Jahr zwei Israelis in Neuseeland wegen der Fälschung von Ausweisen zu jeweils sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden waren - die neuseeländische Premierministerin Helen Clark sagte, sie sei überzeugt, daß es sich bei den beiden um Spione handelte - ist nun der israelische Konsul Amir Lati vor mehreren Wochen von den australischen Behörden des Landes verwiesen worden.

Zwar wurden Medienberichte, daß seine Ausweisung im Zusammenhang mit den beiden vermutlichen Mossad-Agenten Uriel Zoshe Kelman und Eli Cara stand, vom israelischen Außenministerium zurückgewiesen und auch die australischen Behörden haben sich bisher nicht dahingehend geäußert, es wurde aber auch keine alternative Begründung für seine Ausweisung geliefert.

Auch wenn diese Fakten sicherlich nicht als Beweis für eine israelische Täterschaft bezeichnet werden können, so stellen sie doch zweifellos einen interessanten Aspekt dar. Während Israel neben dem offensichtlichen Motiv, Syriens Position im Libanon soweit zu schwächen, daß es seine Soldaten aus dem Land abzieht, kristallisiert sich hier zumindest eine Möglichkeit der Tatausführung heraus.

Syrien andererseits mag zwar über Hariri alles andere als glücklich gewesen sein, da der Politiker sich ebenfalls zumindest für einen mittelfristigen Abzug der syrischen Soldaten ausgesprochen hat, die Verübung eines solchen Anschlags von syrischer Seite wäre allerdings ein Zeugnis äußerst unwahrscheinlicher Dummheit.

Trotzdem konzentrieren sich insbesondere auch die USA bei ihren Anschuldigungen und Schuldzuweisungen ausschließlich auf Syrien.





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