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Gefahr für Journalisten
03.03.2005








Am Donnerstag veröffentlichte die Zeit ein Interview mit dem italienischen Journalisten Paolo Longhi über den Abzug der verbliebenen zwei italienischen Journalisten aus dem Irak.

Als Grund für die Flucht der Journalisten aus dem Irak in der vergangenen Woche gab Longhi eine Warnung der italienischen Regierung an, der zufolge es "Hinweise der Geheimdienste auf bevorstehende weitere Entführungen von Kollegen" gab. Außerdem gab es Longhi zufolge "darüber hinaus konkrete Drohungen gegenüber unseren Korrespondenten, einer traute sich nicht einmal mehr in die Empfangshalle seines Hotels."

Daß der Abzug von immer mehr ausländischen Journalisten eine Katastrophe für eine unabhängige Berichterstattung darstellt ist offensichtlich, da sich ausländische Medien als Folge fast zunehmend ausschließlich auf Berichte der Besatzer berufen.

Allerdings sollte die Frage gestellt werden, in wessen Interesse ein solcher Abzug und die daraus folgende einseitige Berichterstattung hauptsächlich liegt. Da die Sichtweise des irakischen Widerstands schon jetzt in den "westlichen" Medien äußerst unterrepräsentiert ist, kann dies kaum in dessen Interesse liegen.

Tatsächlich ist es auch bisher nur zu wenigen - zumindest angesichts der Sicherheitslage im Land - Angriffen auf ausländische Journalisten gekommen. Die überwiegende Zahl von Angriffen, Entführungen und Ermordungen richtet sich gegen irakische Journalisten, die wiederum überwiegend für als kollaborierende Propagandamedien aufgefaßte irakische Medien arbeiteten, wie eine Meldung der "International Federation of Journalists" (IFJ, "Internationale Journalistenvereinigung") vom Dienstag zeigt.

Auch wenn dies absolut keine Entschuldigung für derartige Angriffe sein kann, so belegt es doch, daß ausländische Journalisten nicht in gleichem Maße gefährdet sind. An dieser Stelle stellt sich auch erneut die Frage, warum ausgerechnet die italienische Journalistin Giuliana Sgrena, eine erklärte Gegnerin des Angriffskriegs gegen den Irak, entführt wurde und mit dem Tod bedroht wird.

Genau diese Entführung hat sicherlich zum großen Teil zu der Entscheidung beigetragen, die verbliebenen Journalisten aus dem Irak abzuziehen.





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