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Hauszerstörungen in Jerusalem 2004
04.03.2005


Meir Margalit
Übersetzung Ellen Rohlfs






Das Jahr 2004 war für uns von ICAHD das härteste Jahr in Ost-Jerusalem: 152 Häuser wurden in der größten Zerstörungskampagne, die der Staat Israel in Ost-Jerusalem durchführte, zerstört. Die Regierungsbürokratie arbeitete mit Volldampf, alles natürlich im Namen des Gesetzes, der öffentlichen Ordnung und mit Unterstützung der Gerichte. Wenn Nicht-Juden jüdische Häuser in anderen Teilen der Welt zerstören, nennt man dies ein Pogrom. Wenn der Staat Hunderte von Häusern in Ost-Jerusalem zerstört, dann nennen wir dies "Vollstreckung des Gesetzes". Ein Nicht-Jude, der ein Haus zerstört, wird "Tyrann" genannt. Ein Jude, der ein Haus zerstört, wird "Bau-Inspektor" genannt.

Das Jahr 2004 ist ein schwieriges Jahr für die gewesen, die ein Gewissen haben. Es gibt keine Scham; menschliche Moral fehlte und wir erlebten, daß das Böse kein Ende hat. Jedes Mal, wenn wir dachten, dies ist der Inbegriff (des Bösen) und vielleicht hört es jetzt auf, wurden wir von neuen Ausmaßen der Ungerechtigkeit überrascht. Wir fragten uns auch, ob es keine Budgetbegrenzungen für die Hintermänner der Zerstörung gab, die da Überstunden machten.

Das Jahr 2004 war ein schmachvolles Jahr für die Menschenrechte in Ost-Jerusalem. Es war ein Jahr, in dem viele ihre Menschlichkeit verloren haben und in dem auf der Menschenwürde wie nie zuvor herumgetrampelt wurde. Es war ein Jahr, in dem ganze Familien obdachlos geworden sind, weil sie einen einzigen Fehler gemacht hatten: sie bauten für ihre Familie ein Haus. Es war ein Jahr der Schande für das Rechtssystem, das mit der Zerstörungsverwaltung zusammengearbeitet und nicht den Mut gefunden hat, diese legalisierte Ungerechtigkeit zu beenden. Immer wieder autorisierten die Gerichte die Zerstörungsbefehle, genehmigten die schändlichen Aktionen und behaupteten, dass sie nicht in der Lage seien, dies zu verhindern, solange die Bau- und Planungsgesetze nicht verändert werden. Wir erinnern uns an Leute, die "nur Befehlen gehorcht" haben. Wir haben Richter, die sagen: "dies ist Gesetz". Sie waschen ihre Hände in Unschuld, verstecken sich hinter einer höheren Autorität und beteiligen sich so an Verbrechen.

Das Jahr 2004 war ein schlechtes Jahr für das Leben in der Stadt. Die Kluft zwischen Ost und West ist tiefer denn je. Die Stadt ist zerrissen und blutet; sie wird von vielen Bulldozern verletzt. Und aus den offenen Wunden fließen Ströme von Hass und Widersprüchen. Das Jahr 2004 war auch günstig für Bomben und Feuerwerke, weil Hauszerstörungen ein sicheres Rezept für einen Aufstand ist, der sicher kommen wird. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die große Explosion aus dem Osten kommen wird - das Beben wird uns alle erreichen.
Allen Anzeichen nach wird das Jahr 2005 noch schlimmer werden.





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