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Tod eines Geheimagenten
05.03.2005








Wie Nachrichtenagenturen am Samstag meldeten, ist die Freilassung der italienischen Journalisten Giuliana Sgrena im Irak von der Tatsache überschattet worden, daß das Fahrzeug, mit dem sie zum Flughafen von Baghdad gebracht werden sollte, von US-Soldaten beschossen wurde. Hierbei wurde der italienische Geheimagent, der in Verhandlungen ihre Freilassung erreicht hatte, getötet worden.

Nicola Calipari wurde tödlich getroffen, als er sich schützend über Sgrena warf als das Fahrzeug unter Feuer geriet. Sgrena und die anderen beiden Insassen wurden verwundet.

Nach Aussage der US-Verteidigungsministeriums eröffneten die Soldaten das Feuer, nachdem sich das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit einem Kontrollposten genähert und nicht auf "Hand- und Armsignale, Lichter und Warnschüsse" reagiert hatte. "Als der Fahrer nicht anhielt schossen die Soldaten in den Motorblock, was das Fahrzeug stoppte, wobei eine Person getötet und zwei verletzt wurden", so eine Erklärung der 3. Infanteriedivision des US-Militärs in Baghdad.

Weder Sgrena noch die beiden verwundeten Italiener haben bisher persönliche Angaben zu dem Vorfall veröffentlicht.

Bestenfalls belegt dieser Fall einmal mehr, daß die US-Soldaten im Irak derart in ständiger Angst vor Angriffen sind, daß sie rücksichtslos auf alles schießen, was ihnen "verdächtig" vorkommt - was eben auch zum Tod unzähliger irakischer Zivilisten führt, die tatsächlich von den Besatzern als nicht zählenswert erachtet werden.

Mindestens ebenso wahrscheinlich scheint aber, daß es sich hier durchaus nicht um ein "Versehen" oder ein "Mißverständnis" gehandelt hat.

Dem US-Militär muß bekannt gewesen sein, daß Sgrena und die drei Italiener in einem Fahrzeug auf dem Weg zum Flughafen von Baghdad waren, da dort bereits eine italienische Maschine auf sie wartete. Auch scheint es zumindest höchst unwahrscheinlich, daß Italien eine solche Operation vollständig ohne Wissen der USA durchführt - und wenn doch, so wäre dies zweifellos ein überdeutliches Anzeichen von Mißtrauen, das sich dann mit dem Angriff bestätigt hätte.

Tatsächlich herrschte seit dem Tag Sgrenas Entführung am 4. Februar Unklarheit über die Identität ihrer Entführer. Während eine vorgebliche Entführergruppe Forderungen stellte, behauptete eine andere, sie bereits getötet zu haben. Gerade die Entführung Sgrenas erschien von Beginn an zumindest widersinnig, da sie eine erklärte Gegnerin des Angriffskriegs gegen den Irak und die nachfolgende Besatzung war und ist. Schon ihre Entführung hat daher die Position des irakischen Widerstands insbesondere bei der italienischen Bevölkerung geschwächt, noch viel stärker wäre dies allerdings im Falle ihres Todes passiert.

Derzeit gibt es sicherlich keinerlei Hinweise auf eine direkte oder indirekte Beteiligung von Nichtirakern an ihrer Entführung - dies mag sich allerdings zukünftig durch Aussagen Sgrenas ändern - so scheint die Frage "Wem nützt es?" hier doch eine deutliche Sprache zu sprechen.





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