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Scheiden tut weh
11.03.2005








Einem Bericht des Spiegel vom Freitag zufolge wird das Arbeitsverhältnis des früheren CDU-Generalsekretärs Laurenz Meyer mit dem Energiekonzern RWE zwar gelöst, es ist aber kaum zu erwarten, daß ihn dies besonders schmerzlich treffen wird.

"Scheiden tut weh" - eine alte Weisheit, die für Meyer offenbar keinesfalls zutreffen soll, wenn es nach RWE geht. So wird das Arbeitsverhältnis zwar rückwirkend zum 31. Dezember des letzten Jahres gelöst, dieser Schmerz aber mit einer Abfindung in Höhe von 400.000 Euro versüßt.

Meyer war in die Kritik geraten, nachdem bekanntgeworden war, daß er auch nach seiner Berufung zum CDU-Generalsekretär weiterhin Gehaltszahlungen von RWE erhalten hatte. Als Folge mußte er schließlich zurücktreten.

Über die grundsätzliche Höhe der Abfindung an Meyer hinaus ist dieser Fall aber sicherlich bemerkenswert. So hatte er bereits im Juli 2000 eine "Abfindung" von 81.806,70 Euro (160.000 DM) erhalten, obwohl er das Unternehmen dann "doch nicht" verlassen hatte. Entgegen der zu erwartenden Vorgehensweise wurde diese Summe aber bis heute nicht zurückgezahlt.

Die nun von einem RWE-Sprecher bekanntgegebene Abfindung von 400.000 wird offiziell damit begründet, daß Meyer seit 1975 - also 29 Jahre - bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen war. Als er im Jahr 2000 die "Abfindung" über 81.806,70 Euro erhielt, war er demnach allerdings auch schon 25 Jahre Mitarbeiter des Unternehmens. Die vier zusätzlichen Jahre der Betriebszugehörigkeit brachten ihm also eine um 318.193,30 Euro höhere - oder auch eine fast fünf Mal so hohe - Abfindung ein.

Aber auch damit nicht genug. Nachdem Meyer zwar angekündigt hatte, seine "erste Abfindung" zwar nicht an RWE zurückzahlen, aber doch zumindest der Hilfsorganisation "SOS-Kinderdörfer" spenden und dies Anfang März immer noch nicht geschehen war, erklärte RWE, daß der Betrag auf 100.000 Euro aufgestockt und von dem Unternehmen an die Organisation gespendet werde.

Insgesamt hat "der Fall Meyer" RWE also 581.806,70 Euro gekostet.

Es scheint äußerst unwahrscheinlich, daß das Unternehmen von dem Politiker keine dementsprechenden Gegenleistungen erhalten hat.

Bleibt nur noch abzuwarten, ob auch diese Abfindung bei einem möglicherweise weiteren "doch nicht" ebenfalls von RWE als "Spende" an Meyer verbucht werden wird.





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