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Wortklauberei
13.03.2005








Angesichts der Berichterstattung der Medien über mehrere Anschläge in den vergangenen Tagen stellt sich unwillkürlich die Frage, ob nur Muslime Terroristen sein können.

So sprach beispielsweise N24 in einer Meldung über die Explosion einer Bombe in einer italienischen Kirche, bei der zwei Menschen verletzt wurden, zwar von einem "Anschlag", vermied aber das Wort Terrorismus. Die italienische Polizei vermutete in einer ersten Stellungnahme, daß der "italienische Unabomber", dem seit 1994 eine ganze Reihe solcher Anschläge zugeschrieben wird, für die Tat verantwortlich sei.

Auch der Mann, der in dem Ort Brookfield im US-Bundesstaat Wisconsin in einer Kirche 22 Schüsse auf die Besucher des Gottesdienstes feuerte und dabei 7 Menschen tötete und 4 weitere schwer verletzte wurde von den Medien - beispielsweise der Welt - nur als "Amokläufer" bezeichnet - obwohl derzeit keinerlei Erkenntnisse über sein Motiv vorhanden sind.

Es dürfte außer Frage stehen, daß beide Taten als "Terrorismus" bezeichnet würden, würde vermutet werden, daß Muslime oder Araber hierfür verantwortlich sind.

Nun mag es sich bei Terry Ratzmann, dem Täter von Brookfield, tatsächlich um einen "Amokläufer" gehandelt haben, der einen unbändigen Haß auf die Kirchengemeinde entwickelt hatte - aus welchem Grund auch immer. Ein Muslim mit genau der gleichen Motivation würde trotzdem kaum ebenfalls nur als "Amokläufer" bezeichnet worden sein.

Spätestens hinsichtlich des "italienischen Unabombers" wird allerdings klar, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Eine Person - gleichgültig, ob es sich dabei tatsächlich um einen Einzeltäter, eine Organisation oder mehrere unabhängige Nachahmer handelt - die bereits seit Jahren zahlreiche Bombenanschläge verübt hat eben nicht als "Terroristen" zu bezeichnen führt die ansonsten inflationäre Benutzung dieser Bezeichnung ad absurdum.

Hier zeigt sich eine äußerst gefährliche Entwicklung. Eine Tat wird nicht mehr nur durch ihre Schwere definiert, sondern zunehmend auch und gerade durch den Glauben und die Herkunft des oder der Täter. Daß dies ein Weg ist, der in verheerender Weise dazu führen kann, daß Menschen dieses Glaubens oder dieser Herkunft als Verursacher allen Übels wahrgenommen, bezeichnet, beschuldigt und verurteilt werden, ist offensichtlich.





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