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Schon wieder Weihnachten?
17.03.2005








Wie beispielsweise die Financial Times Deutschland am Donnerstag berichtete, hat der deutsche Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung unter anderem eine Senkung der Körperschaftsteuer vorgeschlagen.

Nachdem der Körperschaftsteuersatz bereits zwischen den Jahren 1998 und 2001 von 45 auf 25 Prozent gesenkt worden ist und weitere steuerliche Erleichterungen für "juristische Personen" - also Unternehmen - in Kraft traten wäre diese weitere Senkung um 24 Prozent allerdings eher als gering zu bezeichnen. Schon die vergangenen Senkungen haben hingegen zwar zweifellos die Unternehmer als auch die Aktionäre erfreut, allerdings kaum wie erhofft zu neuen Arbeitsplätzen geführt.

Dies hatte im Ergebnis im Jahr 2001 sogar zu einem negativen Gesamtaufkommen bei der Körperschaftsteuer geführt, die Unternehmen sind also von staatlicher Seite in der Gesamtheit mit 425 Millionen Euro finanziell unterstützt worden.

Auch wenn die Effekte durch diese Steuersenkungen sich in den folgenden Jahre verminderten - im Jahr 2002 betrugen die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer dem deutschen Statistischen Bundesamt zufolge 3.106.761.000 Euro, im folgenden Jahr 8.287.333.000 Euro, so lagen sie damit doch weit entfernt von den 35.131.474.000 Euro des Jahres 1998.

Ein Vergleich mit anderen Steuerarten zeigt, daß körperschaftsteuerpflichtige - ihre "Einkommensteuer" - Unternehmen nur einen Bruchteil der Gesamtsteuerlast tragen.

Während die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer im Jahr 2003 rund 8 Milliarden Euro betrugen waren es über 167 Milliarden Euro aus der Lohnsteuer. Selbst die Einnahmen aus der Versicherungssteuer überstiegen jene aus der Körperschaftsteuer. Das Aufkommen der Tabaksteuer war mit über 14 Milliarden Euro sogar fast doppelt so hoch.

Auch die den Ländern zufließende Gewerbesteuer betrug im Jahr 2003 mit 24 Milliarden Euro nur einen geringen Teil der Einnahmen aus der Lohnsteuer. Damit hat sich der Anteil der von den Gewerbetreibenden getragenen Teils des Gesamtsteueraufkommens seit Gründung der Bundesrepublik stetig verringert.

Hier wird deutlich, daß schon jetzt ein Großteil der Unternehmen in Deutschland aufgrund von "Gestaltungsmöglichkeiten" keine Steuern zu zahlen braucht, während der überwiegende Teil der Steuerlast direkt und indirekt von Lohnempfängern getragen wird.

Schröders vorgezogenes - oder zu spät kommendes - Weihnachtsgeschenk mag die Zahl dieser Unternehmen zwar noch vergrößern, es scheint allerdings angesichts der Zahlenverhältnisse und der Erfahrungen aus der Vergangenheit mehr als unwahrscheinlich, daß dies tatsächlich Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte.





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