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Unwichtige Opfer
18.03.2005








Am Donnerstag veröffentlichte ABC7 einen Artikel über einen im Irak verwundeten US-Soldaten und belegte dabei einmal mehr die völlige Ignoranz gegenüber der irakischen Bevölkerung.

Dem Bericht zufolge, der ausführlich auf die schweren Verletzungen des Unteroffiziers Gabriel Garriga, die Tatsache, daß er von Ärzten drei Mal für tot erklärt wurde und die dementsprechend schwere Zeit für seine Eltern eingeht, wurde er am 14. Juli 2003 verletzt. Damals bemannte er das Geschütz eines Humvees an einem Kontrollpunkt.

Als die Soldaten versuchten, ein Zivilfahrzeug zu "stoppen" prallte dies auf den Humvee, die Benzintanks explodierten und Garriga wurde in die Flammen geschleudert. Dabei wurden 35 Prozent seiner Haut verbrannt. Er wurde bisher bereits 30 Mal operiert, muß aber mindestens noch ein weiteres Mal operiert werden.

Was der Bericht allerdings vollständig ignoriert sind die Insassen des Zivilfahrzeugs. Es wird nicht ein Wort darauf verwandt, mitzuteilen, wieviele Menschen, womöglich auch Frauen und Kinder, sich in dem Fahrzeug befanden und wieviele davon getötet oder ebenfalls schwer verletzt wurden.

Ebenfalls mit keinem Wort erwähnt wird in dem Artikel, daß es Schüsse aus Garrigas Geschütz gewesen sein dürften, die den Fahrer des Fahrzeugs die Kontrolle verlieren ließen - oder ihn gleich töteten.

Auch wenn der Artikel das Schicksal des Soldaten betrachten will, so kann er aufgrund dieser grundlegenden Auslassungen nur als Propaganda bezeichnet werden. Offenbar soll einerseits gezeigt werden, wie groß die "Opfer" der US-Soldaten bei der "Verteidigung der Freiheit ihres Heimatlandes" sind, andererseits aber auch, daß selbst bei schwersten Verletzungen immer noch Hoffnung auf Genesung - oder zumindest das bloße Überleben - besteht.

Dies ist nur ein Beispiel für zahllose weitere Artikel, die dem gleichen Muster folgend direkt aus dem Pentagon stammen könnten. Er belegt ein weiteres Mal, wie stark ein großer Teil der US-Bürger die Folgen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak und dessen andauernde Besetzung ausblenden.





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