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"Der heutige Irak ist eine Militärdiktatur"
23.03.2005








Der unabhängige Journalist fand in einem am Dienstag auf der Website Strike The Root veröffentlichten Interview gegenüber Douglas Herman überaus deutliche Worte für den derzeitigen Zustand des von den USA besetzten Iraks und der US-Medien.

So bezeichnete er den US-General John Abizaid, angesprochen auf dessen kürzliche Aussage, die USA würden "einen Irak für Iraker" aufbauen wollen, als einen "Rassisten".

"Der Irak wird seinen eigenen Irak aufbauen und will und braucht nicht die Hilfe der USA. Das beste Beispiel ist der Wiederaufbau - nach dem Golfkrieg von 1991. Die Iraker hatten ihre Stromversorgung nach nur wenigen Monaten wiederhergestellt. Und heute, nach fast zwei Jahren der Besatzung, wurden Milliarden von US-Dollar in Verträge gesteckt und die Stromversorgung ist immer noch weit unter Vorkriegsniveau. Die Iraker können sich selbst helfen, wenn man es ihnen erlaubt und ihnen die Chance gibt. Der heutige Irak ist eine Militärdiktatur", so Jamail.

Auf die Frage, ob Jamail während der Monate, die er im Irak verbrachte, Kräne, Planierraupen oder zumindest "einige Iraker mit Bauhelmen" gesehen habe, antwortete er "Nein. Keine."

Jamail bestätigte auch Berichte der irakischen Bloggerin Riverbend, denen zufolge in Baghdad Wasser und Strom immer wieder als eine Art Kollektivbestrafung für längere Zeit abgestellt werden.

"Absolut wahr. Ich habe einen Freund, der in einem sehr widerstandsfreundlichen Gebiet in Baghdad lebt und jedes Mal wenn es dort zu Kämpfen kommt werden sein Wasser und sein Strom abgestellt", so Jamail.

Jamail zeigte sich insbesondere angesichts der Tatsache, daß unzählige US-Soldaten Digitalkameras mit sich führen, auch überzeugt, daß die großen Medien absichtlich Bilder unterdrücken um zu verhindern, "der Tragödie des Krieges ein Gesicht zu geben", wie es Herman formulierte.

"Ich denke, das haben sie", sagte Jamail. "Wir sehen zahlreiche Beispiele dafür - wie die grosse Diskussion über das Zeigen von flaggenbedeckten Särgen gefallener US-Soldaten. Tatsächlich haben große Medien die Särge sogar auf Bitte des Pentagons als 'Transportröhren' bezeichnet. Wir haben so gut wie keine Berichterstattung über Einzelschicksale von Irakern oder auch nur Soldaten. Wenn man sich anschaut, wie umfassend und beständig dieses Muster ist, scheint es nur schwer zu glauben, daß es nicht absichtlich geschieht."

"Die großen US-Medien haben sich selbst als die Propagandamaschinerie erwiesen, die sie sind", so Jamail weiter.

Auch die Tatsache, daß Jamail von der überwiegenden Zahl der "etablierten Medien" vollständig ignoriert wird, obwohl er sich monatelang im Irak aufhielt und es durch seine Berichte im Internet zu einiger Berühmtheit gebracht hat, scheint diese Aussage zu stützen.





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