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Unterdrückung von Beweisen
23.03.2005








Für Krimileser ist es eine uralte Weisheit: wenn eine Person, die in einen Mordfall verwickelt ist und zu den Verdächtigen gehört, alles daran setzt, die Ermittlungen zu behindern und auf falsche Fährten zu lenken, so handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch um den Täter.

Genau dies passiert einer AP-Meldung vom Mittwoch zufolge derzeit im Fall des Todes des italienischen Geheimagenten Nicola Calipari der von US-Soldaten erschossen wurde, als er die freigelassene Geisel Giuliana Sgrena zum Flughafen von Baghdad bringen wollte.

Anfänglich hatte Sgrena nach dem Angriff, bei dem sie selbst ebenfalls schwer verletzt wurde, kaum einen Zweifel daran gelassen, daß sie der Ansicht war, daß es sich um einen absichtlichen Angriff des US-Militärs gegen ihre Person gehandelt hatte. Diesen Standpunkt verließ sie allerdings wenig später, vermutlich nicht zuletzt aufgrund von "Warnungen" der italienischen Regierung - der italienische Kommunikationsminister Maurizio Gasparri wurde von den Medien mit den Worten zitiert, Sgrena solle sich "zusammenreißen und keinen Unsinn reden."

Dieser Angriff, der vom US-Militär als "bedauerliches Versehen" bezeichnet wird. liegt mittlerweile fast drei Wochen zurück, er ereignete sich bereits am 4. März. Trotzdem und obwohl es zweifellos nachvollziehbar und ein solches Vorgehen in derartigen Situationen üblich ist, wurde italienischen Ermittlern vom US-Militär bisher jeglicher Zugang zu dem Fahrzeug, in dem sich Sgrena, Calipari und zwei weitere Agenten befanden, verweigert. Bisher wurden ihnen nur Photos übergeben, die vorgeblich das Fahrzeug zeigen.

Erst am Montag erhielten zwei italienische Polizisten einen Befehl des US-Militärs, dem zufolge sie ihre geplante Mission zur Begutachtung des Fahrzeugs "aus Sicherheitsgründen" abbrechen mußten.

Sowohl das italienische Außenministerium als auch die italienische Botschaft in Baghdad und das US-Militär wollten hierzu keine Kommentare abgeben.

Die Tatsache, daß den italienischen Ermittlern bis heute verweigert worden ist, das Fahrzeug selbst in Augenschein zu nehmen, spricht zweifellos bereits Bände. Daß auch die italienische Seite offenbar bereit ist, dies hinzunehmen, zeigt um so deutlicher, daß auch Italien kein Interesse an der Wahrheit hat.





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