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Kriegspropaganda
24.03.2005








Am Mittwoch berichteten die Medien ausführlich über Behauptungen des US-Militärs und der "irakischen Armee", denen zufolge beim Angriff auf eine "Ausbildungslager" von Widerstandskämpfern am Dienstagmorgen 80 Widerstandskämpfer getötet worden seien. Mittlerweile mehren sich allerdings die Hinweise, daß es sich hierbei in Wahrheit nur um Kriegspropaganda handelte.

Schon die ersten diesbezüglichen Berichte erschienen bei genauerer Betrachtung allerdings zumindest fragwürdig.

So sagte der "irakische" General Adnan Thabit, daß 50 von insgesamt 85 getöteten Widerstandskämpfern durch Luftangriffe des US-Militärs getötet worden seien. US-Oberstleutnant Richard Goldenberger sagte, daß bei den Kämpfen US-Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 "Apache" und Aufklärungshubschrauber des Typs OH-58D "Kiowa" eingesetzt wurden. Thabit wiederum sagte, daß während der Kämpfe eine unbekannte Zahl von Kämpfern in "30 Booten" - offenbar über den See Tharthar, 150 Kilometer nordwestlich Baghdads - flüchteten. Es ist sicherlich nur schwer vorstellbar, daß US-Kampfhubschrauber nicht in der Lage gewesen sein sollen, 30 über einen See flüchtende Boote zu verfolgen und zu zerstören.

Reuters zufolge erklärte die "Islamische Armee Tikrits" kurze Zeit später, daß nur 11 Widerstandskämpfer aber "wesentlich mehr" der "irakischen Soldaten und Polizisten" getötet worden seien.

Gegenüber der New York Times sagte US-Major Richard Goldenberg, daß US-amerikanische und "irakische" Soldaten das "Ausbildungslager" am Mittwoch immer noch durchsuchten, da es derart groß gewesen sei.

Ebenfalls am Mittwoch haben ein AFP- und weitere Journalisten allerdings den Ort des "Ausbildungslagers" besucht. Dort fanden sie allerdings keine US-Soldaten, sondern 30 bis 40 Widerstandskämpfer vor. Einer der Kämpfer, der seinen Namen mit Muhammad Amir angab und erklärte, er gehöre zur "Geheimen Islamischen Armee", sagte, die Kämpfer hätten die Basis nie verlassen.

Auch er sagte, daß 11 Widerstandskämpfer durch Luftangriffe getötet worden seien.

Der Bericht des AFP-Journalisten steht zweifellos in direktem Widerspruch zur Aussage Oberstleutnants Goldenberg, durch den Angriff sei den Widerstandskämpfern ein "Zufluchtsort genommen" worden.

Auch wenn letztlich nicht auszuschließen ist, daß die von den Widerstandskämpfern genannten Zahlen ebenfalls als Propaganda zu bezeichnen sind, so spricht ihre bloße Anwesenheit in dem vorgeblichen "Ausbildungslager" am Mittwoch doch eine deutliche Sprache.

Militärisch betrachtet scheint dies ein überdeutliches Beispiel für das Unvermögen der Besatzer, das Land wirksam zu kontrollieren, zu sein. Die politische Folge hieraus kann nur sein, daß der Krieg entweder bereits verloren ist oder in Zukunft noch wesentlich rücksichtsloser geführt werden wird.





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