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Leises Zurückrudern
25.03.2005








Ein Bericht der Washington Post vom Freitag zeigt, daß sich das US-Militär angesichts widersprüchlicher Meldungen bezüglich des vorgeblich überaus erfolgreichen Angriffs auf ein "Ausbildungslager" irakischer Widerstandskämpfer gezwungen sieht, sich leise, aber ebenso entschieden von den ursprünglichen Behauptungen zurückzuziehen.

So sagte US-Major Richard Goldenberg, er könne "die Schätzung nicht bestätigen", die von "irakischer Seite" die Zahl der getöteten Widerstandskämpfer mit 80 angegeben hatte. Zu dem Zeitpunkt, als die US-Soldaten zur Unterstützung der "irakischen Soldaten" eingetroffen seien, hätten die "geflohenen Rebellen ... ihre Opfer eingesammelt und mitgenommen."

Auf Aussagen angesprochen, die die Zahl der getöteten Widerstandskämpfer mit 11 bezifferten, sagte Goldenberg: "Ich würde sagen, daß irgendwo zwischen 11 und 80 eine korrekte Zahl liegt."

Die Besatzungen der beteiligten US-Kampfhubschrauber schätzten Goldenberg zufolge die Zahl der an dem Kampf beteiligten Widerstandskämpfer auf 80 bis 100. Zuvor hatte bereits der "irakische" General Adnan Thabit - der die Zahl getöteter Widerstandskämpfer mit 85 angab - berichtet, daß eine unbekannte Zahl von Kämpfern in "30 Booten" geflohen seien.

Auch die "irakische" Seite begann nun allerdings, sich der Abwiegelung des US-Militärs anzuschließen. So sagte Sabah Kadhim, ein Sprecher des "irakischen Innenministeriums": "Ich würde es nicht als einen bedeutenden Vorfall bezeichnen." Er wollte zwar noch nicht von der genannten Zahl der Toten abweichen, sagte aber, daß die Bedeutung des Kampfes vielmehr darin liege, daß es "die erste bedeutende Operation" gewesen sei, die von den "irakischen Sicherheitskräften" geleitet worden sei während das US-Militär nur eine unterstützende Rolle spielte.

Mit diesen neuen Erklärungen verstrickten sich das US-Militär und die von den Besatzern nach wie vor kontrollierte irakische Seite allerdings noch weiter in Widersprüche. Von den genannten Fakten ausgehend müßte es etwa 20 verbliebenen Widerstandskämpfern gelungen sein, nicht nur die 80 Leichen ihrer Mitstreiter zu bergen, sondern auch, 30 Boote über den See Tharthar zu lenken - mindestens 10 davon also offenbar mittels einer Fernsteuerung.

Überraschenderweise hatte ein AFP-Journalist, der den Ort der mehrere Stunden andauernden Kämpfe - anfangs sprach das "irakische Militär" gar von 17 Stunden - am Mittwoch besuchte, neben wenigen Kampfspuren wie drei zerstörten Fahrzeugen und einigen Bombentrichtern dort auch 30 bis 40 Widerstandskämpfer vorgefunden. Diese behaupteten außerdem, den Ort nie verlassen zu haben.





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