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Berlusconi beugte sich Mafia
26.03.2005








Ein Artikel des britischen Independent fügt Berichten über Verbindungen des italienischen Premierministers Silvio Berlusconi mit der Mafia eine weitere Facette hinzu.

In vorab in der italienischen Repubblica abgedruckten Auszügen eines Buches zweier Journalisten wurde eine Mitschrift eines von Berlusconi mit seinem Freund und Geschäftspartner Renato Della Valle geführten Gesprächs veröffentlicht. Das Gespräch war 1988 von den italienischen Ermittlungsbehörden abgehört und aufgezeichnet worden und in einem Verfahren gegen Marcello dell'Utri, die rechte Hand Berlusconis und früherer Leiter dessen Werbeagenturs Publitalia, als Beweismittel verwendet worden. Dell'Utri wurde wiederum wegen Mitgliedschaft in der Mafia angeklagt.

In dem Telephonat mit Della Valle sagte Berlusconi, er sei von der Mafia erpreßt worden.

"Ich habe ein wirklich großes Problem", so Berlusconi. "Ich muß meine Kinder wegschicken, die sich jetzt auf den Weg ins Ausland machen, weil sie mich erpreßt haben ... auf eine ekelhafte Art", sagte er. "Das ist mir schon einmal passiert, vor 10 Jahren und ... sie sind wieder zurückgekommen."

"Sie sagten mir, daß, wenn ich in einer bestimmten Zeit nicht etwas tue, sie mir den Kopf meines Sohnes zusenden und seinen Körper auf die Piazza Cathedral [in Milano] werfen werden", so Berlusconi weiter. "Das sind keine sonderlich schönen Dinge, also habe ich beschlossen, sie nach Amerika zu schicken."

Auf die Nachfrage Della Valles nach der gesetzten Frist antwortete Berlusconi "innerhalb von sechs Tagen".

Das Angebot eines Treffens lehnte Berlusconi mit den Worten ab: "Nein, nein, aber ich sage Dir ernsthaft, daß, wenn ich sicher wäre, damit die Sache von den Eiern zu bekommen, ich friedlich bezahlen würde, zumindest würden sie mich dann nicht mehr an den Eiern packen."

Zwar ist nicht bekannt, was von Berlusconi gefordert worden war, da er sich aber weder an die Behörden gewandt hatte noch sein Sohn getötet wurde ist anzunehmen, daß er die Forderung erfüllt hat.

Auch wenn dies menschlich zweifellos nachvollziehbar scheint, so kann es politisch betrachtet allerdings nur als Katastrophe bezeichnet werden. Nicht nur, daß Berlusconi damit - Jahre bevor er in die Politik ging - gezeigt hat, daß er erpreßbar ist, darüberhinaus dürfte sich außerdem durch die Erfüllung der Forderung ebenfalls erpreßbar gemacht haben.

Hier läßt sich ein weiteres Mal erahnen, wie groß der Einfluß der Mafia auf die italienische Politik auch heute noch ist.





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