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Fortgesetzter Massenmord
26.03.2005








Mittlerweile ist es ein halbes Jahr her, daß Wissenschaftler für eine im Lancet veröffentlichte Studie in irakischen Haushalten Daten über Todesfälle seit Beginn des US-geführten Angriffskrieges erhoben.

Das Ergebnis der Studie verdeutlichte das Ausmaß der Folgen für die irakische Bevölkerung. Demnach gab es im Irak seit Beginn des Krieges über 100.000 zusätzliche Todesfälle.

In der Zeit vom 1. Oktober 2004 bis heute wurden offiziellen Angaben der Besatzer zufolge 467 US-Soldaten und 38 Soldaten aus anderen Ländern getötet - fast ein Drittel aller bisher im Irak getöteten Soldaten. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die Zahl der getöteten Iraker sich mindestens ebenso entwickelt hat, wobei insbesondere die wochenlange Bombardierung und die darauffolgende Erstürmung der Stadt Fallujah vermuten läßt, daß die Zahl noch weitaus stärker angestiegen ist.

Diese Vermutung stützt auch die Website IraqBodyCount, die ausschließlich beispielsweise durch Medienberichte bestätigte Todesfälle von Irakern zählt und hierbei darauf achtet, daß es sich nur um Zivilisten handelte. Den dort gesammelten Berichten zufolge wurden im gleichen Zeitraum 3.138 Zivilisten getötet - mehr als ein Viertel der IraqBodyCount zufolge in der Zeit zwischen Mai 2003 und Februar 2005 getöteten Menschen.

Bei einer vorsichtigen Schätzung dürfte die Zahl der getöteten Menschen im Irak seit der Durchführung der Studie also um 25 Prozent gestiegen sein, was bedeutet, daß bereits 125.000 Menschen als direkte Folge des Angriffskriegs und der folgenden Besatzung getötet wurden.

Das WorldFactBook der CIA schätzt die Bevölkerung des Iraks zum Juli 2004 auf 25.374.691 Menschen. Damit ist fast ein halbes Prozent der Bevölkerung durch die Folgen des Krieges, der vorgeblich ihrer Befreiung diente - nachdem die vorgehende Begründung der Massenvernichtungswaffen nicht mehr haltbar war - getötet worden. Geht man davon aus, daß jedes Todesopfer einen Vater, eine Mutter, einen Bruder oder eine Schwester, einen Ehepartner und ein Kind hatte - eine Kalkulation, die angesichts einer Gesamtaltersstruktur von 40,3 Prozent unter 15-Jährigen sicherlich wahrscheinlich sein dürfte - so sind 2,5 Prozent der irakischen Gesamtbevölkerung direkt von einem Verlust im allerengsten Familienkreis betroffen.

In mindestens jedem vierzigsten Auto in einer der Warteschlangen vor einer Tankstelle sitzt demnach ein Mensch, der einen engsten Verwandten durch den Angriffskrieg verloren hat. In jedem zehnten Haus in einer Straße wohnt eine Familie mit diesem Schicksal.

Natürlich sind dies statistische Überlegungen. Häufig sind beispielsweise an US-Kontrollposten ganze Familien in ihren Autos von Soldaten ausgelöscht worden. Trotzdem verdeutlicht dies zweifellos das Ausmaß des Todes, das die Iraker tagtäglich ertragen müssen.

Hierbei ist weder die Tatsache eingerechnet, daß die Sterberate schon vor Beginn des Krieges aufgrund der von den USA angeregten Sanktionen stark angestiegen ist, noch die Folgen durch die großflächige radioaktive Verseuchung des Iraks durch den Einsatz von Uranmunition.





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