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Giftiger Frühling
27.03.2005








Den am vergangenen Mittwoch von Greenpeace veröffentlichen Ergebnissen einer Untersuchung zufolge sind zahlreiche derzeit im Lebensmittelhandel erhältlichen Erdbeeren, aber auch beispielsweise Paprika, grenzwertüberschreitend mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet.

Nur 7,4 Prozent der untersuchten Erdbeeren aus deutschen Supermarktketten wiesen demnach keinerlei Pestizidrückstände auf. Dies ist der niedrigste Anteil seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 2003.

Bei 3,7 Prozent der Erdbeeren überschritten die Mengen der nachgewiesenen Pestizidrückstände die hierfür gültigen Grenzwerte. Eine eigene, von Januar bis Mitte März durchgeführte Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit fand die Grenzwerte sogar bei 10 Prozent der Erdbeeren überschritten. In 70,3 Prozent der Erdbeeren wurden Rückstände gleich mehrerer unterschiedlicher Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Dies gilt als gesundheitlich besonders bedenklich.

"Verbraucherschutzministerin" Renate Künast zeigte sich in einer Pressemitteilung vom Donnerstag hingegen hoch erfreut über das Ergebnis der Greenpeace-Untersuchung, da die Quote der Grenzwertüberschreitungen bei der Untersuchung im Jahr 2004 noch bei 9 Prozent gelegen hatte.

Dies ist zwar zutreffend und zweifellos der Arbeit der "Verbraucherschutzministerin" zu verdanken, liegt allerdings nicht daran, daß die Erdbeeren weniger Pestizidrückstände enthielten - im Gegenteil.

Vielmehr wurden die Grenzwerte für derartige Rückstände in den letzten Jahren massiv angehoben, im Falle des als möglicherweise krebserregend eingestuften Kresoxim-Methyls gar auf das 20-fache.

Die drastische Erhöhung der Grenzwerte zeigt sich auch bei Anwendung der 2003 gültigen Grenzwerte auf die Untersuchungsergebnisse dieses Jahres. In dem Fall wären die Grenzwerte bei 29,6 Prozent der untersuchten Erdbeeren überschritten worden.

In einem offenen Brief bezeichnete Greenpeace die Reaktions Künasts als "gezielte Verbrauchertäuschung". Außerdem fordert die Organisation zum Versenden von Protest-E-Mails auf.

Es bleibt abzuwarten, wie giftig die Verbraucher letztlich auf die steigende Giftmenge in ihren Lebensmitteln und die Abwiegelungspolitik des "Verbraucherschutzministeriums" reagieren.





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