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Die USA und Kirgistan
31.03.2005








Ein Bericht der New York Times vom Mittwoch belegt, daß auch die "Revolution" in Kirgistan massiv von Seiten der USA unterstützt worden ist.

"Es wäre absolut unmöglich gewesen, daß das ohne die Hilfe passiert wäre", sagte Edil Baisalov, der eine Koalition von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) leitet, über den Sturz der gewählten Regierung in der vergangenen Woche. Auch Baisalovs Organisation wird von der US-Regierung über das "National Democratic Institute" (NDI) finanziert.

Allein das NDI betreibt 20 Zentren, die Nachrichtenzusammenstellungen in Russisch, Kirgisisch und Uzbekisch zur Verfügung stellen. Auch die "American University" in Kirgistan wird von den USA mitfinanziert, wie auch ein Austauschprogramm für Studenten und Leiter von NGOs. Auch der "neue Premierminister" des Landes, Kurmanbek Bakiyev, hatte an diesem Programm teilgenommen.

Im vergangenen Jahr umfaßten allein die offiziell von den USA für "Demokratieprogramme" in Kirgistan bereitgestellten Gelder 12 Millionen US-Dollar.

Noch wesentlich offensichtlicher wird die Unterstützung der US-Regierung für die Opposition in Kirgistan allerdings im Hinblick auf die von Alexander Kim gegründete Zeitung MSN ("Moya Stolitsa Novosti", "Meine Hauptstadt-Nachrichten"). Kims erste Zeitung war 1999 vom Schwiegersohn des nun aus Kirgistan geflohenen Präsidenten Askar Akayev übernommen worden. Kim behauptete, daß hierbei betrügerische Methoden eingesetzt worden seien, blieb den Beweis hierfür vor Gericht aber schuldig.

Kim erhielt Zuschüsse von über 70.000 US-Dollar, größtenteils für Zeitungspapier. Zahlreiche Druckereien lehnten aber Aufträge zum Druck von MSN ab. Es dürfte kaum Zufall gewesen sein, daß zu diesem Zeitpunkt ein Repräsentant der US-Organisation "Freedom House" in Kirgistan eintraf und eine eigene Druckerei eröffnete. Freedom House wiederum wird schon seit Jahren eine enge Beziehung zum US-Geheimdienst CIA nachgesagt.

"Als Freedom House ihre Druckerei eröffnete war es das Ende unserer Probleme", so Kim.

Oppositionskandidaten kauften während des Wahlkampfs Lastwagenladungen der Zeitung und verteilten sie kostenlos. Für jene Kirgisen, die die russische Sprache der Zeitung nicht verstehen, strahlte Radio Azattyk, der örtliche Ableger des wiederum von den USA finanzierten "Radio Free Europe/Radio Liberty" Zusammenfassungen auf Kirgisisch aus.

Auch oppositionelle Fernsehsender wurden von den USA mitfinanziert, so erweiterte beispielsweise Osh TV seine Reichweite mit Ausrüstung, die vom US-Außenministerium bezahlt worden war.

Kurz bevor die Druckerei mit dem Druck einer 200.000 Exemplare starken Sonderauflage der Zeitung begann fiel der Strom aus. Die Hintergründe hierfür sind unklar, es ist aber sicherlich zu vermuten, daß dies auf Betreiben der kirgisischen Regierung geschah. Schon am Tag darauf übersandte die US-Botschaft in Kirgistan allerdings zwei Stromgeneratoren an Freedom House, so daß fast die komplette Auflage gedruckt werden konnte.

Zu dem Zeitpunkt zirkulierte ein von der New York Times als "schlecht gefälscht" bezeichnetes Dokument, das eine direkte Verwicklung der USA belegte. "Unser oberstes Ziel", so der vorgeblich interne Bericht des US-Botschafters Stephen Young, "ist es, den Druck auf Akaev [sic] zu erhöhen, um ihn dazu zu bringen, vorzeitig nach den Parlamentswahlen zurückzutreten."

Rückblickend scheint es doch zweifelhaft, daß es sich hier nur um eine "schlechte Fälschung" handelte.





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