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"Wir haben einen Fehler gemacht"
31.03.2005








Es geschieht im Irak derart häufig, daß das Wort "alltäglich" bei weitem nicht ausreicht, um das Ausmaß zu beschreiben. Soldaten, die die Tür eines Hauses sprengen, das Haus stürmen, durchsuchen, wobei auch Gegenstände sinnlos zerstört werden, Frauen und Kinder werden verängstigt, ihre Männer und Väter vor ihren Augen erniedrigt und in zahllosen Fällen auch noch bestohlen.

Ein Artikel des britischen Telegraph vom Donnerstag zeigt nun, daß sich britische Soldaten kürzlich in der südirakischen Stadt Basra offenbar das falsche Haus für ein solches Vorgehen ausgesucht hatten.

Tatsächlich sah sich das britische Militär bereits gezwungen, sich für den "Irrtum" zu entschuldigen, daß das Haus von Mansour Abdulrazzaq Mansour durchsucht worden ist. Mansour war zumindest bisher einer der engsten Verbündeten der britischen Besatzer im Irak.

Nachdem britische Soldaten sein Haus mit Panzern und Hubschraubern umzingelt hatten, sprengten sie die Eingangstür und stürmten das Haus.

"Sie zerschlugen die Fenster der in der Garage geparkten Autos, warfen den Computer zu Boden und nahmen 260.000 US-Dollar aus dem Haus mit", so Mansour, der zu einer der wohlhabendsten Familien im Irak gehört und Mitglied des "irakischen Parlaments" ist.

"Der Grund für die Verletzung meiner Immunität ist nicht erklärt worden und mein Geld wurde nicht zurückgegeben. Ich fordere Schadensersatz", so Mansour, das Oberhaupt des Tamimi-Stammes, weiter. Außerdem seien auch seine Kinder verhaftet worden und durch die Erfahrung völlig verängstigt.

"Grundsätzlich tut es uns sehr leid", so ein Sprecher des britischen Militärs in Basra. "Wir haben einen Fehler gemacht, wir entschuldigen uns dafür und wir tun unser Bestes, um sicherzustellen, daß so etwas nicht wieder geschieht." Alle 11 Familienmitglieder Mansours waren von den Soldaten gefangengenommen, in der Zwischenzeit aber wieder freigelassen worden.

Nur wenige Stunden vor dem Angriff war Mansour von einem Hubschrauber des britischen Militärs von seinem Haus abgeholt worden, um ihn nach Baghdad zu einem Treffen der "Nationalversammlung" zu bringen.

Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß es sich hier wie behauptet um ein Versehen handelte - die politischen Folgen sind ebenso vorhersehbar wie bereits in Ansätzen spürbar - der Fall belegt aber doch ein weiteres Mal die Vorgehensweise der Besatzungssoldaten. Hinsichtlich des aus dem Haus mitgenommenen Geldes muß hier auch die Frage erlaubt sein, ob dieses "nur" unrechtmäßig konfisziert oder doch eher in alter Tradition von Besatzungssoldaten von diesen "requiriert" wurde.





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