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"Nein, nein zu den Besatzern"
09.04.2005








Wie unter anderem auch Al-Jazeera berichtete, demonstrierten am Samstag zehntausende Iraker für den Abzug der Besatzungstruppen aus ihrem Land.

Dem Aufruf des shiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr, folgend hatten sie sich zum al-Firdous-Platz begeben, wo vor genau zwei Jahren in einer Inszenierung des US-Militärs für ausländische Kamerateams eine Statue des irakischen Präsidenten Saddam Hussein von ihrem Sockel gerissen worden war. Al-Sadr, dessen al-Mahdi-Armee sich im vergangenen Jahr schwere Kämpfe mit den US-Soldaten geliefert haben, zeigt sich seit einigen Wochen öffentlich wieder zunehmend kritisch gegenüber der Besatzung des Iraks.

Zu den Teilnehmern der Demonstration gehörten aber offenbar nicht nur Shiiten sondern auch Sunniten. Diese waren von der einflußreichen "Vereinigung Muslimischer Gelehrter im Irak" aufgerufen worden, für den Abzug der Besatzer zu demonstrieren.

"Viele unserer Brüder, einschließlich Sunniten, haben den Aufruf begrüßt und werden teilnehmen", sagte ein Sprecher al-Sadrs, Scheich Abd al-Hadi al-Daraji, vor der Demonstration.

Selbst Iraker aus hunderte Kilometer entfernten Städten wie Basra, Amara und Nassiriya folgten dem Aufruf und kamen nach Baghdad. Auch in weiteren Städten des Landes, beispielsweise in Ramadi, kam es zu Demonstrationen mit tausenden Teilnehmern.

Bei der Demonstration in Baghdad wurden auch lebensgroße Puppen des US-Präsidenten George W. Bush, des britischen Premierministers Tony Blair und des durch den Angriffskrieg gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein verbrannt. Alle drei trugen die rote irakische Gefängniskleidung, die zeigt, daß ein Gefangener zum Tode verurteilt worden ist. Bei der Demonstration ertönten Sprechchöre "Nein, nein, zu den Besatzern" und "Nein Amerika! Nein Saddam! Ja zum Islam!"

Die Demonstrationen zeigen nicht nur die zunehmende Ungeduld der irakischen Bevölkerung hinsichtlich des Abzugs der Besatzungstruppen, sondern ebenso auch, daß Muqtada al-Sadr möglicherweise erneut auf eine offene Konfrontation mit den Besatzern zusteuert.





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