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Hohe Verluste und hohe Kosten
09.04.2005








Derzeit ist der US-Kongreß im Begriff, einen Nachtragshaushalt für das Verteidigungsministerium, überwiegend für die Kriege im Irak und in Afghanistan, in Höhe von rund 80 Milliarden US-Dollar zu genehmigen.

Antiwar zitierte den Demokratischen US-Senator Robert Byrd mit den Worten "Wenn dem Antrag des Präsidenten stattgegeben wird, wird der Kongreß mehr als 210 Milliarden US-Dollar für den Krieg gegen den Irak genehmigt haben." Diese Erkenntnis hinderte ihn allerdings offenbar nicht, bei der folgenden Abstimmung wie die restlichen Mitglieder der Demokraten, für den Antrag des US-Präsidenten George W. Bush zu stimmen.

Während die US-Regierung wie auch das US-Militär sich in den vergangenen Wochen und Monaten bemühen, das Bild eines erlahmenden irakischen Widerstands zu zeichnen, stellt sich hier doch die Frage, aus welchem Grund dann eine derartige Aufstockung des Budgets für die Besatzung notwendig ist.

Zwei weitere Meldungen der vergangenen Wochen lassen allerdings vermuten, daß die Situation weit von dem offiziell gezeichneten Bild entfernt ist.

So meldete USA Today am 29. März, daß nach offiziellen Angaben des US-Heers 80 Panzer vom Typ "Abrams" im Irak so schwer beschädigt worden sind, daß sie zur Reparatur zurück in die USA gebracht worden sind. Hierbei sind offenbar weder jene Panzer eingeschlossen, die so weit zerstört wurden, daß sie offensichtlich nicht mehr zu reparieren waren, wie auch die entsprechenden Verluste des US-Marine Corps. Es ist also mit Sicherheit anzunehmen, daß die vollständige Zahl der Verluste der Panzer mit einem Stückpreis von 4,3 Millionen US-Dollar noch weitaus höher liegt.

Am vergangenen Dienstag berichtete MSNBC, daß das US-Heer eine weitere Erhöhung der Anforderung durch US-Kommandeure im Irak für Humvees erhalten hat.

Im August 2003 war die benötigte Zahl an Humvees auf 1.407 festgelegt worden. Diese Zahl wurde schrittweise erhöht, mit dieser letzten Erhöhung bis auf 10.079 Fahrzeuge, also eine Erhöhung um über 600 Prozent in etwas mehr als eineinhalb Jahren.

Es ist kaum vorstellbar, daß diese Zahl an Fahrzeugen ausschließlich zur Aufstockung vorhandener Bestände im Irak dient. Selbst wenn man nur von einer Minimalbesatzung von zwei Soldaten ausgeht, so würde diese Zahl an Fahrzeugen doch für ein Sechstel aller im Irak stationierten US-Soldaten ausreichen.

Tatsächlich scheinen also die Verluste gerade an Fahrzeugen dieses Typs - von denen jedes wiederum einen Preis von etwa 50.000 US-Dollar hat - äußerst hoch zu sein. Dies wiederum verleiht zweifellos den "Berichten des irakischen Widerstands", die durchschnittlich von mehreren zerstörten Humvees täglich sprechen, weitere Glaubwürdigkeit.

Innerhalb von 19 Monaten ist allein der Bedarf des US-Heeres an Humvees um 8.672 Stück im Gesamtwert von über 433 Millionen US-Dollar angestiegen. Dies ist kaum allein mit geänderten Strategien oder Fehleinschätzungen - zumindest ohne unmittelbare personelle Konsequenzen - zu begründen.

Wenn es sich bei einem großen Teil dieser Bedarfsaufstockungen allerdings in Wahrheit um Ersatz für zerstörte Fahrzeuge handeln sollte so wäre dies mit Sicherheit ein weiterer Beleg dafür, daß die Zahl der Verluste des US-Militärs im Irak deutlich höher ist, als dies offiziell zugegeben wird.





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