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Die eigenständige Marionette
10.04.2005








Wie AFP am Sonntag berichtete, hat sich der "vorübergehende irakische Präsident" Jalal Talabani für eine Fortführung der Besatzung des Iraks ausgesprochen.

"Ich glaube, wir haben ein starkes Bedürfnis, amerikanische und andere alliierte Streitkräfte im Irak zu haben, bis wir in der Lage sind, unsere Streitkräfte wieder aufzubauen", so Talabani gegenüber CNN.

Diese Aussage kam nur einen Tag, nachdem zehntausende - anderen Berichten zufolge sogar bis zu 300.000 - Iraker in Baghdad und anderen irakischen Städten gegen die Besatzung ihres Landes demonstriert hatten. Den shiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr, der zu der Demonstration aufgerufen hatte, nannte Talabani dementsprechend einen "Kriminellen", der verhaftet werden sollte.

Talabani schätzte, daß der Wiederaufbau des irakischen Militärs noch zwei Jahre dauern würde, deutete allerdings bereits an, daß auch dies kein endgültiger Zeitpunkt für den Abzug der Besatzer sein müsse.

"Wir werden in völliger Beratung und Abstimmung bleiben, Zusammenarbeit mit unseren amerikanischen Freunden, die kamen, um unser Land zu befreien", sagte er.

Nun können diese Ansichten Talabanis sicherlich nicht verwundern, war er doch schon Mitglied des von den USA eingesetzten und vollständig kontrollierten "irakischen Regierungsrats". Seine damalige Mitgliedschaft wie auch seine jetzige "Wahl" dürften nicht unwesentlich von den engen Beziehungen der CIA zu den im Nordirak lebenden Kurden und eben auch Talabani selbst beeinflußt worden sein.

Nun würde man Talabani allerdings vermutlich Unrecht tun, würde man ihn als eine bloß von der CIA gesteuerte Marionette bezeichnen, hat er doch in der Vergangenheit gezeigt, daß er - offenbar insbesondere zum eigenen Vorteil - bereit war, bisherige Grundsätze zu "überdenken". So existiert ein Bild aus dem Jahr 1991, auf dem zu sehen ist, wie er seinem damals - bisherigen - Feind Saddam Hussein die Wangen küßte.

Möglicherweise hofft er, daß eine weitere Jahre andauernde Besatzung des Iraks letztlich zu einem Bürgerkrieg führt, der schließlich zu einem vollständig unabhängigen, kurdischen Nordirak führen könnte. Was auch immer die Gründe für seinen Wunsch nach einer langjährigen Fortdauer der Besatzung des Iraks gewesen sein mögen, dies zeigt in jedem Fall, daß er keinerlei Verbindung zu einem "demokratischen Grundgedanken" hat und zumindest derzeit auf Seiten der Besatzer steht.





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