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Schwere Kämpfe in al-Qa'im
11.04.2005








Am Montag berichtete Al-Jazeera unter Berufung auf mehrere Nachrichtenagenturen, daß die US-Basis nahe der irakischen Stadt al-Qa'im mit drei Autobomben angegriffen worden ist.

Ein irakischer Journalist sprach von einer weiteren Autobombe, die sich gegen einen Konvoi des US-Militärs richtete, und einer fünften, deren Ziel ungenannte blieb.

Oberleutnant Kate VandenBossche, eine Sprecherin des US-Marine-Korps, bestätigte den Angriff auf die Basis. "Was wir derzeit haben sind drei bestätigte Selbstmord-Autobomben", sagte sie.

Direkt nach den Explosionen kam es zu Kämpfen zwischen Widerstandskämpfern und US-Soldaten sowie "irakischen Soldaten". Insgesamt seien dabei 2 US-Soldaten verletzt worden.

Zwar scheinen allein aufgrund dieser Meldungen des US-Militärs schon Zweifel an der Zahl der Opfer angebracht, tatsächlich könnten die Ereignisse in der in unmittelbarer Nähe zur syrischen Grenze gelegenen Stadt allerdings noch weitaus dramatischer sein.

Bereits für den 7. April hatte der "Bericht des irakischen Widerstands" mehrere Meldungen des irakischen Widerstands zitiert, denen zufolge die Stadt durch den Widerstand zurückerobert worden sei. Alle Stadtteile seien von Widerstandskämpfern besetzt worden, nachdem die "irakische Armee" sich angesichts einer großen Zahl von Widerstandskämpfern aus der Stadt zurückgezogen habe. Gegen Mittag sei außerdem ein US-Kampfhubschrauber vom Typ AH-1G "Cobra" abgeschossen worden.

Am Nachmittag ist demnach ein Gegenangriff des US-Militärs nach eineinhalb Stunden dauernden Kämpfen zurückgeschlagen worden.

Am Samstag kam es einem weiteren "Bericht des irakischen Widerstands" zufolge zu einer Militärparade der Widerstandskämpfer anläßlich der Befreiung der Stadt. Über 200 Widerstandskämpfer zeigten dabei ihre Waffen, darunter auch Boden-Luft-Raketen. Der Kommandeur der "Ersten Armee Mohammeds" verlas eine Erklärung, in der er versicherte, man würde bis zum letzten Mann "bis zum Sieg oder zur Märtyrertum" kämpfen.

Für den Sonntag wurde der Abschuß eines US-Kampfhubschraubers vom Typ AH-64 "Apache" gemeldet.

Ebenso, wie das US-Militär zweifellos die eigenen Verluste vertuscht und nicht vorhandene Erfolge beschwört - wie dies auch schon während des Vietnam-Kriegs der Fall war - ist anzunehmen, daß es sich bei den "Berichten des irakischen Widerstands" nicht unbedingt um die volle und ausschließliche Wahrheit handelt.

Da die Meldungen des US-Militärs vom Montag aber zweifellos auf schwere Kämpfe in und um die Stadt al-Qa'im hindeuten - wobei es sich hier ohnehin um alles andere als einen "ruhigen Grenzort" handelt - scheinen sie zumindest zu weiten Teilen die Sichtweise des irakischen Widerstands zu bestätigen.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß es in nächster Zeit zu einer Großoffensive des US-Militärs gegen die Stadt kommen wird - wie dies auch schon mit den bekannten Folgen für die Zivilbevölkerung im Fall der Stadt Fallujah geschehen ist. Aufgrund er entfernten Lage der Stadt und der damit verbundenen äußerst schlechten Erreichbarkeit für die überwiegende Zahl der Journalisten ist es allerdings zweifelhaft, daß eine solche Offensive in gleichem Maße bekannt gegeben würde, wie dies bei Fallujah der Fall war.





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