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Tödliche "Razzia"
12.04.2005








Einem Bericht der Medical News Today vom 3. April zufolge ist das Herbizid ("Unkrautbekämpfungsmittel") Roundup ("Razzia") des US-Herstellers Monsanto neben Pflanzen auch für Amphibien äußerst schädlich.

Der Dozent für Biologie an der Universität von Pittsburgh Rick A. Relyea hatte in einer Studie die Auswirkungen zweier Insektizide und zweier Herbizide in den von den Herstellern empfohlenen Anwendungsmengen auf die in einem natürlichen Teich vorhandenen Lebewesen untersucht.

Seine Ergebnisse, daß die beiden Insektizide sich auch negativ auf die insgesamt in dem Teich lebenden 25 Arten auswirkten, kann kaum überraschen, da sie ja entwickelt wurden, um tierisches Leben zu vernichten. So wurde die Artenvielfalt demnach durch Sevin um 15 Prozent und durch Malathion um 30 Prozent vermindert. Das Herbizid 2,4-D hingegen zeigte dahingehend keinerlei Auswirkungen.

Roundup andererseits übertraf in seiner Wirkung sogar noch Sevin. Die Artenvielfalt in dem Teich wurde durch dieses Mittel um 22 Prozent vermindert. Zwei Arten von Kaulquappen - von Leopardfröschen und von Grauen Laubfröschen - wurden vollständig vernichtet und zwei weitere Arten - von Waldfröschen und von Kröten - fast ausgerottet. Nur eine Froschart, der Frühlingspfeifer, blieb unbeeinträchtigt.

"Die schockierendste Erkenntnis hieraus war, daß Roundup, etwas, das Pflanzen töten soll, äußerst tödlich für Amphibien war", so Relyea. "Wir fügten Roundup hinzu und am nächsten Tag sahen wir in die Tanks und überall auf den Böden waren tote Kaulquappen."

Vorangegangene Forschungen zeigten, daß nicht das in Roundup enthaltene Herbizid selbst, Glyphosat, sondern vielmehr das enthaltene Lösungsmittel, polyethoxyliertes Tallowamin, das das Eindringen des Wirkstoffs in Pflanzen ermöglicht, diese giftige Wirkung hat. Kritiker schreiben Glyphosat selbst eine erbgutschädigende Wirkung zu.

Da Roundup nicht zuletzt durch die Produktschiene "Roundup Ready" genveränderter Pflanzen wie beispielsweise Mais, die gegenüber dem Herbizid resistent sind, in den USA zum zweithäufigst eingesetzten Herbizid geworden ist, könnte Relyeas Studie den entscheidenden Hinweis für den Grund des weltweiten Rückgangs amphibischer Arten liefern.

Die Tatsache, daß dieses Artensterben insbesondere in Südamerika besonders dramatisch ist, mag zwar auf die dort besonders große Artenvielfalt zurückzuführen sein, andererseits wird dort aber auch in großen Mengen Roundup eingesetzt, um Kokainplantagen zu vernichten. Daß es den dortigen Bauern offenbar schon gelungen ist, eine gegenüber Glyphosat unempfindliche Pflanze zu züchten, so daß der Einsatz des Mittels immer seltener Kokainfelder, aber dafür Felder mit anderen Nutzpflanzen zerstört und so weitere Bauern zum Anbau von Kokain treibt, sei hier nur noch am Rande erwähnt.

In jedem Fall belegen die Forschungsergebnisse Relyeas aber, daß Roundup bei weitem nicht so ungefährlich ist, wie dies von Herstellerseite gern dargestellt wird.





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