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Geschäft geht vor Gewissen
14.04.2005








Am Donnerstag berichtete Al-Jazeera anläßlich der erneuten Zerstörung zweier Häuser von Palästinensern in der Stadt Anata, daß bei der jährlichen Aktionärsversammlung des US-Herstellers der dabei verwendeten Planierraupen ein Antrag auf eine entsprechende Untersuchung abgelehnt worden ist.

Von israelischer Seite wurde der Abriß der von insgesamt 18 Menschen bewohnten Häuser damit begründet, daß keine Baugenehmigungen vorgelegen hätten. Dies mag zwar den Tatsachen entsprechen und führt auch in anderen Ländern häufig zum Abriß der entsprechenden Gebäude, allerdings ist es erklärte Politik Israels, Palästinensern keine Baugenehmigungen zu erteilen.

Auf der Aktionärsversammlung Caterpillars, des Herstellers der Planierraupen, die bei diesen Abrißarbeiten von Israel eingesetzt werden - und bereits herstellerseitig entsprechend umgerüstet werden - wurde nun eine Resolution, die eine Untersuchung forderte, abgelehnt. Die Resolution war von vier römisch-katholischen Nonnen und der Organisation "Jewish Voice for Peace" ("Jüdische Stimme für den Frieden", JVP) eingebracht worden und forderte eine Untersuchung der Verwendung der an Israel gelieferten Planierraupen. Die Lieferungen widersprächen demnach den Geschäftsgrundsätzen des Unternehmens.

"Caterpillars Verkauf von zu Waffen umgerüsteten Planierraupen an das israelische Militär ist gleichbedeutend mit dem Verkauf einer Waffe an eine Person, von der man weiß, daß sie plant, jemanden zu töten", so Liat Weingart, stellvertretender Direktor von JVP. "Auch wenn Caterpillar nicht selbst am Lenkrad sitzt, so stellen sie dem israelischen Militär doch die Maschinen als auch Ausbildung und Unterstützung zur Verfügung, um Zivilisten zu schädigen."

Die US-Initiative BootCAT hatte außerdem eine Online-Petition gestartet, die Caterpillar aufruft, die Belieferung Israels mit Planierraupen einzustellen. Eine Liste der Unterzeichner der Petition sollte bei der Aktionärsversammlung übergeben werden.

Die Aktionäre zeigten sich bei der Abstimmung über die Resolution aber offenbar von beiden Initiativen kaum beeindruckt, so wurde die Resolution mit 97 Prozent der Stimmen abgelehnt. Sie schlossen sich damit der Forderung des Unternehmensvorstands an, die Resolution abzulehnen, da das Unternehmen "weder das Recht noch die Mittel hat, um die jeweilige Verwendung zu überwachen." Angesichts der ausdrücklichen und weitreichenden Umrüstungen für das israelische Militär kann allerdings kaum Zweifel an der Verwendung der Maschinen bestehen.





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