www.Freace.de
Impressum und Datenschutz


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Präzise Prioritäten
19.04.2005








Wie mehrere Berichte der vergangenen Tage ein weiteres Mal verdeutlichen, hat die US-Regierung sehr genaue Vorstellungen davon, welche Verhaltensweise von ihnen bei "befreundeten Nationen" zu akzeptieren sind und welche "geahndet" werden. Menschenrechte spielen hierbei offenbar bestenfalls eine untergeordnete Rolle.

Über die guten Beziehungen der USA zu Azerbaijan trotz der dort zunehmenden Zahl von Menschenrechtsverletzungen ist hier bereits am Montag berichtet worden.

Nun ist es keineswegs neu, daß die USA, wenn es ihren eigenen Interessen dient, Diktaturen stützt und die demokratisch gewählten Regierungen danebenliegender Länder versucht zu stürzen, wie allein ein Blick nach Süd- und Mittelamerika ausreichend belegt.

Mehrere Meldungen der letzten Tage bezüglich des auch für die USA "Sonderfalls" Israel werfen allerdings ein besonderes Schlaglicht auf die Prioritäten der US-Regierung.

Vor knapp zwei Wochen wurden 3 palästinensische Jugendliche im Alter von 14 Jahren von israelischen Soldaten erschossen, weil sie auf die "Sicherheitsgrenze" zu Ägypten zuliefen. Über die Hintergründe herrscht nach wie vor Uneinigkeit, Palästinenser berichteten, daß die Jungen in der Nähe Fußball spielten. Auch ob die israelischen Soldaten tatsächlich Warnschüsse abgaben, wie nun behauptet wird, ist nicht klar. Klar ist allerdings einem Bericht der israelischen Haaretz vom Montag zufolge, daß die israelischen Soldaten nicht auf die Beine der offensichtlich unbewaffneten Jugendlichen geschossen haben. Insgesamt feuerten die drei beteiligten Soldaten "etwa" 12 Kugeln mit dem Ziel zu töten auf die 14-Jährigen, die auch sofort tot waren.

Sogar Quellen innerhalb des israelischen Militärs geben zu, daß es keinen Grund für die Erschießung der Jugendlichen gab. Derzeit wird eine "Untersuchung" des Falls durchgeführt, gegen den Offizier und die beiden Soldaten wurden aber bisher keinerlei Maßnahmen ergriffen.

Von US-Seite wurde dieser Fall bisher nicht erwähnt, geschweige denn kritisiert.

Ebenfalls am Montag veröffentlichte Haaretz eine Meldung hinsichtlich des von dem israelischen Premierminister Ariel Sharon angekündigten Ausbaus "jüdischer Siedlungen" auf dem israelisch besetzten Gebiet der West Bank.

US-Präsident George W. Bush habe bei einem Treffen in der vergangenen Woche mit Sharon "seinen Standpunkt ziemlich klar gemacht", daß "Israel Siedlungen nicht ausbauen sollte", so der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. "Wir werden die Regierung Israels um eine Klärung bitten."

Die einzige Reaktion Washingtons auf die offene Ankündigung Israels, die Bedingungen des "Fahrplans" ein weiteres Mal offen zu verletzen, ist also der Hinweis, daß Israel dies nicht tun "sollte".

Aber Israel ist für die US-Regierung durchaus nicht so unantastbar, wie nun vermutet werden könnte. So erfolgte die Reaktion aus Washington auf den Abschluß von Verträgen über Waffenlieferungen Israels an China einer AP-Meldung vom Sonntag zufolge postwendend.

Als Reaktion wurde die israelische Beteiligung an der Entwicklung des Kampfbombers F-35 seitens der USA bereits eingefroren, berichteten Führungskräfte der israelischen Rüstungsindustrie.

Die USA sind also offenbar durchaus bereit, auch Maßnahmen gegen Israel zu ergreifen, wenn sie mit Handlungen der dortigen Regierung nicht einverstanden sind. Dies läßt allerdings nur den Schluß zu, daß sie kein Interesse daran haben, gegen die Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen Israels vorzugehen.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail