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Befreite Anonymität
20.04.2005








Es sollte nachdenklich machen. Die US-Großoffensive gegen die irakische Stadt Fallujah liegt nun fast ein halbes Jahr zurück und doch gibt es in den "etablierten Medien" noch immer keine Bilder aus der Stadt.

Nach Darstellung der USA wurde sie durch die Offensive befreit. Nach Darstellung der Widerstandskämpfer war sie zuvor von der Besatzung befreit worden. Die "Befreiung" durch das US-Militär führte zu derart schweren Zerstörungen der Stadt und zahllosen Opfern innerhalb der Zivilbevölkerung, daß man sich unweigerlich der im Vietnam-Krieg geprägten Maxime, ein "Dorf zu zerstören, um es zu befreien" erinnert.

Zwar bemühen sich die Medien immer wieder, ein Bild einer positiven Entwicklung in Fallujah zu zeichnen - hier seien nur die beiden Artikel der New York Times "Lebenszeichen einer zerstörten Stadt werden stärker in Fallujah" vom 26. März 2005 und "Genauerer Blick auf Fallujah zeigt schleppenden Wiederaufbau" genannt - es ist aber sicherlich auffällig, daß diese "Erfolge" nie mit Bildern belegt werden.

Die beiden genannten Titel der New York Times-Artikel scheinen zwar auf den ersten Blick kritisch, es sind allerdings die gezeichneten Bilder, die sicherlich geeignet sind, ein positiveres Bild zu zeichnen, als dies den Tatsachen entspricht.

"Die Innenstadt Fallujahs, früher überfüllt und florierend, war nicht gerade hektisch. Aber dutzende von Leuten gingen zwischen Läden umher. Die meisten waren offen. Zwei Bäcker waren bei der Arbeit und kneteten Teig in einer Bäckerei, die mithilfe eines Darlehens der Vereinigten Staaten wiedereröffnet worden war", so der Artikel.

Der Autor des Artikels der Ney York Times, Joel Brinkley, reiste anscheinend in Gesellschaft des stellvertretenden US-Außenministers Robert B. Zoellick in den Irak. Nur zwei Tage später veröffentlichte er einen weiteren Artikel, in dem er über den Besuch Zoellicks im Sudan berichtete. Es ist kaum anzunehmen, daß ein wirklich kritischer Journalist eine solche Möglichkeit erhalten würde. Darüberhinaus ist anzunehmen, daß er dank Zoellicks Gesellschaft bestens von der tatsächlichen Wirklichkeit im Irak abgeschirmt wurde.

Tatsächlich gehen die Besatzer sogar offensiv gegen Journalisten vor, die versuchen, Bilder aus Fallujah aus dem Irak herauszubringen. So wurde erst Ende März ein Journalist des arabischen Senders Al-Arabiya verhaftet und sein Material konfisziert, weil dieses Aufnahmen aus Fallujah enthielt.

Es ist also nur zu offensichtlich, daß das US-Militär und damit auch die US-Regierung alles daransetzen, die Veröffentlichung von Bildern aus Fallujah - und angesichts der nicht vorhandenen Berichterstattung auch aus zahllosen anderen irakischen Städten - zu verhindern. Dies wiederum läßt nur den Schluß zu, daß die USA etwas verheimlichen wollen.

Da es zahlreiche Berichte von Flüchtlingen aus Fallujah gibt, die von der unglaublichen Zerstörung und sogar dem Einsatz von Chemiewaffen seitens des US-Militärs berichten, kann es kaum verwundern, daß um jeden Preis verhindert werden soll, daß Bilder an die Öffentlichkeit gelangen.

Wenn die Medien hierauf allerdings nicht zumindest hinweisen, sondern vielmehr versuchen, die einseitigen - da ausschließlich auf US-Militärquellen beruhenden - Berichte als objektiv darzustellen, so ist die Frage nach dem Stand ihrer Unabhängigkeit sicherlich zulässig.





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