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Bellen und beißen
23.04.2005








Am Samstag veröffentlichte der Spiegel einen Artikel, der kaum deutlicher machen könnte, was dessen Autor Carsten Volkery - und zweifellos auch der Spiegel selbst - von der globalisierungskritischen Bewegung Attac halten: nichts.

Schon der Aufmacher in der Rubrik Politik zeigt, woher der Wind weht. Der Titel der Meldung anläßlich des fünften Jubiläums der Bewegung in Deutschland lautete dabei "Globalisierungskritiker feiern Kindergeburtstag". Nun ist rein logisch sicherlich möglich, einen fünfter Jahrestag als "Kindergeburtstag" zu bezeichnen, tatsächlich scheint hier allerdings vor allem deutlich gemacht zu werden, aus welcher Höhe der Spiegel auf die Bewegung herabblickt.

Noch deutlicher wurde die Stimmungsmache gegen Attac durch das verwandte Photo, das eine schwarzgekleidete und vermummte Person vor einem brennenden Autowrack zeigt. Zwar handelt es sich hier tatsächlich, wie zumindest im Artikel selbst auch als Bildunterschrift genannt um eine Aufnahme der Proteste anläßlich des G8-Gipfels in Genua im Jahr 2001, an denen auch Attac beteiligt war, die gezeigte Person ist aber augenscheinlich ein Mitglied des "schwarzen Blocks", der für die gewalttätigen Ausschreitungen seitens der "Demonstranten" verantwortlich zeichnete.


Ausschnitt der Website Spiegel-Online vom 23. April 2005


Nur wenige Tage nach diesem Photo kritisierte Susan George, die damalige und heutige Vizepräsidenten von Attac Frankreich, diese Gewalt aufs schärfste, machte aber auch klar, daß sie seitens der Polizei offenbar auf mehrerlei Art gefördert worden war.

Die den ganzen Artikel des Spiegels durchziehende Kritik an Attac mündet schließlich in der Behauptung, "die Bilanz der Globalisierungskritiker fällt nach fünf Jahren dürftig aus."

Die Aussage des Attac-Pressesprechers Malte Kreutzfeldt, "unser Erfolg besteht mehr darin, negative Entwicklungen verhindert zu haben" wird denn auch zur wenig schmeichelhaften "Blockade" erklärt. Dabei kann es kaum verwundern, wenn "Globalisierungskritiker" eben gerade verhindern wollen, daß die "Globalisierung" weiter um sich greift - aber das muß der Spiegel ja nicht unbedingt auch so sehen.

Tatsächlich ist es in letzter Zeit etwas ruhiger um Attac geworden. Da die größte Militärmacht der Welt aber seit Jahren gegen mehrere Länder Angriffskriege führt und diese mit immer dreisteren Lügen versucht vor der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen ist sicherlich nachvollziehbar, daß viele Menschen sich auch wieder verstärkt in dem entgegenwirkenden Organisationen engagieren.

Die Tatsache, daß beispielsweise die deutsche Bundesregierung die auch von Attac mitgetragenen Proteste Hunderttausender gegen die "Hartz IV"-Gesetze fast vollständig ignoriert hat, ist kaum Attac anzulasten, wie dies Volkery tut, sondern zeigt vielmehr, wie wenig Interesse die Regierenden an solchen Willensbekundungen der Bevölkerung haben.

Letztlich sollte sich Attac durch diesen Artikel des Spiegel vielleicht einfach nur geschmeichelt fühlen, belegt er doch, daß die Organisation durchaus noch als Bedrohung für die Ziele von Großunternehmen wahrgenommen wird.





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