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"Unschuldiger" Befehlsgeber
23.04.2005








Wie Reuters am Freitag berichtete, ist der frühere Oberbefehlshaber des US-Militärs im Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, hinsichtlich der Folterung von irakischen Gefangenen von jeglicher Schuld freigesprochen worden.

Während sich Sanchez und drei weitere hochrangige Offiziere nach Ansicht der Untersuchungskommission nicht zuschulden haben kommen lassen, erhielt Brigadegeneral Janis Karpinski, die zum Zeitpunkt zu dem sich die bekanntgewordenen Folterungen von Gefangenen das Gefängnis Abu Ghurayb leitete, einen Verweis und wurde ihres Kommandos enthoben. Auch sie hat allerdings keine weiteren strafrechtlichen Schritte wegen der unter ihrem Kommando begangenen Folterungen zu befürchten.

Obwohl Sanchez nicht nur aufgrund seines Postens als damals Oberkommandierender im Irak zweifellos letztlich die Verantwortung für die Folterungen trug, sondern vielmehr selbst Befehle erteilt hatte, die die Anwendung von Folter bei Verhören ausdrücklich freigaben, stellte sich die Untersuchungskommission nun auf den Standpunkt, daß er keinerlei Pflichtversäumnisse begangen habe.

Nicht nur, daß neben Sanchez auch sein früherer Stellvertreter Generalmajor Walter Wojdakowski und sein früherer höchstrangiger Berater in Rechtsfragen von jeglichen Vorwürfen freigesprochen wurden, Generalmajor Barbara Fast, damals Sanchez' höchstrangigste Beamtin des militärischen Geheimdienstes, ist seit dem sogar befördert - und ebenfalls vollständig freigesprochen worden.

Als für Sanchez entlastende Umstände seien bei der Untersuchung gewertet worden, daß es dem US-Militär an hochrangigen Offizieren gemangelt habe und daß der Widerstand gegen die US-Besatzung des Iraks stark zugenommen hatte.

Letztlich kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, daß sich Sanchez und die anderen Offiziere tatsächlich keiner "Pflichtversäumnisse" schuldig gemacht haben. Dies würde allerdings bedeuten, daß die Folterung von Gefangenen eben gerade zu ihren Pflichten gehörten.





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