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"Schon fertig!"
24.04.2005








Wie die Organisation HalliburtonWatch am Freitag berichtete, hat das US-Unternehmen Halliburton in seinem Quartalsbericht für die ersten drei Monate dieses Jahres überraschend erklärt, die "Wiederaufbauarbeiten" an der irakischen Ölindustrie erfolgreich beendet zu haben.

Angesichts eines nur eine Woche zuvor veröffentlichten Berichts des US-Außenministeriums für den US-Kongreß, in dem die "schlechte Leistung" der mit dem Auftrag betrauten Halliburton-Tochter Kellog, Brown & Root (KBR) kritisiert wurde, ist die behauptung Halliburton zweifellos bemerkenswert.

Ursprünglich war erwartet worden, daß der "Restore Iraqi Oil" (RIO, "Wiederherstellung des irakischen Öls") genannte Vertrag, der im Januar 2004 ohne Ausschreibung an KBR erteilt worden war, eine Laufzeit von zwei Jahren haben würde.

Offensichtlich wird KBR beziehungsweise Halliburton der Wüstensand im Irak langsam zu heiß. Es ist nicht klar, ob dies an der Kritik durch das US-Ministerium lag - mittlerweile wurde sogar die Parsons Corporation, ein scharfer Konkurrent Halliburtons, mit der "Fertigstellung der verbleibenden Arbeit" im Südirak, die Teil des KBR-Vertrags war, beauftragt, wie die New York Times berichtete.

Möglicherweise hat das Unternehmen aber auch einfach festgestellt, daß es angesichts des anhaltenden Widerstands der Iraker gegen die Besatzung und die damit einhergehende Plünderung der irakischen Ölvorkommen zumindest im Rahmen der vertraglich vereinbarten Kosten von 1,2 Milliarden US-Dollar nicht möglich ist, den Vertrag tatsächlich zu erfüllen.

Die Tatsache, daß Halliburton eigener Aussage zufolge derzeit "den Gültigkeitsbereich und alle unsere Möglichkeiten" hinsichtlich eines weiteren Wiederaufbauvertrages für den Irak "bewertet", scheint letztere Möglichkeit zumindest plausibel zu machen.

Ein solcher erfolgloser Rückzug eines der größten US-Kriegsgewinnler aus dem Irak ist für den irakischen Widerstand zweifellos ein Erfolg. Nicht nur, daß damit die Bestrebungen, das irakische Öl unter Kontrolle zu bringen, augenscheinlich zumindest erschwert wurden, mit Halliburton ist auch ein der US-Regierung eng verbundenes Unternehmen offenbar empfindlich getroffen worden, immerhin sanken die Einnahmen von KBR im ersten Quartal dieses Jahres um 26 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2004.





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