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Aufschrei in USA

29.04.2005






Am vergangenen Samstag machte die Schauspielerin Maggie Gyllenhaal bei einem Interview mit dem New Yorker Nachrichtensender NY1 anläßlich der Premiere ihres neuen Films "The Great New Wonderful" eine Bemerkung, die von einem Teil der US-Bevölkerung offenbar als Landesverrat eingestuft wird.

Der Film erzählt fünf einzelne Geschichten vor dem Hintergrund New Yorks ein Jahr nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und versucht die damit verbundenen Gefühle der Menschen darzustellen.

Die gebürtige New Yorkerin Gyllenhaal spielte bereits in Filmen wie "Donnie Darko", "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" und "Mona Lisas Lächeln".

Bei der Premiere ihres neusten Films beim TriBeCa Film Festival in New York sagte sie am Freitag: "Ich denke, das gute an dem Film ist, daß er mit dem 11.9. auf eine so feinsinnige, offene, offene Art umgeht, die es ihm meiner Meinung nach erlaubt, komplizierter als nur 'Oh, seht diese armen New Yorker und wie hart es für sie war' zu sein, weil ich glaube, daß Amerika verwerfliche Dinge getan hat und auf eine gewisse Art verantwortlich ist und deshalb glaube ich, daß die Feinheit, mit der es behandelt wird, es diesen Sachen erlaubt, sich einzuschleichen."

Obwohl sie kaum mehr sagte, als daß die US-Politik durchaus keine völlig weiße Weste hat und darüber nachzudenken sei, daß dies möglicherweise zu den Anschlägen beigetragen habe, ist die Empörung vielfach so groß, daß der Eindruck entsteht, sie habe angekündigt, zur Feier des Jahrestags der Anschläge ein Feuerwerk zu veranstalten.

So wurde das Forum der Website maggie-gyllenhaal.net derart mit üblem Beschimpfungen gegen die Schauspielerin überflutet, daß sich die Betreiberin der Website, die nach eigener Aussage in keinerlei Verbindung zu Gyllenhaal steht, gezwungen sah, daß Forum vollständig zu deaktivieren.

Auch die Schauspielerin selbst sah sich mittlerweile gezwungen, erneut an die Öffentlichkeit zu treten, ist aber offenbar bereit, ihren Standpunkt zu verteidigen.

"Der 11.9. war eine schreckliche Tragödie und natürlich muß es nicht besonders erwähnt werden, daß ich mit jedem Amerikaner um jeden, der unter der Katastrophe gelitten und um jeden, der gestorben ist, trauere. Aber für jene von uns, die verschont blieben, war es auch eine Gelegenheit, mutig genug zu sein, einige ernste Fragen über Amerikas Rolle in der Welt zu stellen. Weil es immer nützlich ist, sich als Personen oder als Nation zu fragen, wie wir bewußt oder unbewußt zu diesem Konflikt beigetragen haben. Nicht den Mut zu haben, diese Fragen zu stellen, heißt, die Opfer des 11.9. zu verraten", so Gyllenhaal in ihrer Erklärung.

Der offene Haß, der der Schauspielerin nun vielfach entgegenschlägt, zeigt nur zu deutlich, wie unbequem diese Gedanken für viele US-Bürger sind und daß sich dort mehr und mehr eine "Wagenburgmentalität" breit macht, die keinerlei Kritik duldet.





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