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Der geplante Krieg

01.05.2005






Einem Bericht der britischen Sunday Times war der Angriffskrieg gegen den Irak bereits ein Jahr vor dessen tatsächlichem Beginn zwischen dem US-Präsidenten George W. Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair beschlossen worden. Darüber hinaus erklärte Blair bei einem Treffen Mitte 2002, man würde die Gründe für den Angriff "schaffen".

Der Times lagen mehrere streng geheime Dokumente vor, zu denen auch das Protokoll einer Sitzung Blairs mit Verteidigungsminister Geoff Hoon, Außenminister Jack Straw, Kronanwalt Lord Goldsmith und führenden Mitgliedern von Militär und Geheimdiensten am 23. Juli 2002 gehörte.

Während die britische Regierung - allen voran Tony Blair - zum damaligen Zeitpunkt in der Öffentlichkeit immer wieder betonte, daß noch keinerlei Entscheidung getroffen worden sei, machten sich diese Personen in Wahrheit nur noch Gedanken, wie der bereits geplante Krieg zu begründen sei.

"Wenn der politische Kontext richtig wäre", so Blair, "würden die Menschen Regimewechsel unterstützen." Die Entscheidung für diesen ebenso gewaltsamen wie erzwungenen und völkerrechtlich illegalen "Regimewechsel", in dessen Folge bisher weit über 100.000 Iraker getötet worden sind, ist einem weiteren Dokument zufolge bereits im April 2002 bei einem Treffen Blairs mit Bush in Crawford im US-Bundesstaat Texas gefallen.

"Die beiden entscheidenden Punkte sind, ob der Plan des Militärs funktioniert und ob wir eine politische Strategie besitzen, dem Plan des Militärs Raum zum funktionieren geben", so Blair an jenem Dienstag im Juli 2002.

"Als der Premierminister im April den Irak mit Präsident Bush in Crawford besprach", so das Dokument, "sagte er, daß Großbritannien Kampfhandlungen unterstützen würde, um einen Regimewechsel herbeizuführen." Als Vorbedingung forderte Blair nur, daß es zuvor Anstrengungen gäbe, die vorgeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen mittels Waffeninspektoren zu beseitigen, daß eine "Koalition" gebildet würde und die öffentliche Meinung entsprechend "geformt" würde. Das bereits genannte Protokoll zeigt, daß die angebliche Angst vor "irakischen Massenvernichtungswaffen" offenbar nur im Rahmen dieser "Formung" der öffentlichen Meinung genutzt wurde, da von ihnen bei dem gesamten Treffen kaum die Rede war.

Während der Irak öffentlich als große und unmittelbare Gefahr für die ganze Region, ja teilweise sogar für Großbritannien selbst dargestellt wurde, sagte Straw bei dem Treffen: "Saddam ist keine Bedrohung für seine Nachbarn und seine Massenvernichtungswaffen-Fähigkeiten sind geringer als jene von Libyen, Nordkorea oder dem Iran."

Trotzdem bemühte Straw sich, eine Möglichkeit zu finden, die einen Angriff ermöglichen würde.

"Wir sollten einen Plan für ein Ultimatum an Saddam ausarbeiten, UN-Waffeninspektoren wieder hereinzulassen", so Straw. Sollte er dies ablehnen oder Massenvernichtungswaffen gefunden werden, sei dies ein guter Kriegsgrund. "Dies würde auch bei der rechtlichen Begründung für den Einsatz von Gewalt helfen", sagte er.

Diese Dokumente offenbaren einen noch weitaus größeren Skandal als die kürzlich an die Öffentlichkeit gedrungene Information, daß Goldsmith in Wahrheit weit größere rechtliche Bedenken gegen den geplanten Angriffskrieg geäußert hatte als dies später behauptet wurde.

Zu einem Zeitpunkt, da das "Ultimatum" an den Irak noch nicht einmal ausgesprochen worden war, war die Entscheidung für den Krieg bereits gefallen. Spätestens hierdurch wird offensichtlich, daß jegliche offiziell genannten Gründe für diesen Krieg in keiner Weise der Wahrheit auch nur nahe kommen.





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