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Journalisten - Gefahr oder gefährdet?

09.05.2005  






Bereits am vergangenen Freitag berichtete die Organisation "Reporters sans frontières" (RSF, "Reporter ohne Grenzen") unter Berufung auf eine kürzliche Aussage des US-Militärs, daß sich derzeit mindestens 9 Journalisten im Irak in Haft befinden, ohne daß gegen sie tatsächliche Verfahren eröffnet würden.

Am Donnerstag hatte US-Oberst Steve Bylan gegenüber AFP gesagt, daß sich derzeit 9 Journalisten, die für sieben "westliche" Medienunternehmen arbeiten, in Haft befinden, einige von ihnen "seit mehreren Monaten".

Neben den hier bereits genannten Hussein al-Shimari, Ayad al-Tamimi und Ahmed Mutare Abass - der Reuters-Kameramann ist zusammen mit seinem Vater mittlerweile freigelassen worden, wie auch der für das ZDF arbeitende Hassan Walid Abdul Wahab am 4. Mai zusammen mit seinen Brüdern und seinem Vater freigelassen wurde - benennt RSF in dem Artikel vier weitere verhaftete Journalisten.

Der für AFP arbeitende Ammar Daham Naef Khalaf ist bereits am 11. April von US-Soldaten in seinem Haus in der irakischen Stadt Ramadi verhaftet worden. Nach Auskunft des US-Militärs ist er am 26. April in das US-geführte Gefängnis Abu Ghurayb verlegt worden, wo er 60 Tage lang keinen Besuch empfangen darf.

Der am 1. Mai durch die "irakische Armee" verhaftete und danach an das US-Militär übergebene Photograph Fares Nawaf al-Issaywi arbeitet ebenfalls für AFP. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung arbeitete er in der Stadt Fallujah, die im vergangenen November durch die gegen sie gerichtete US-Offensive größtenteils zerstört worden ist.

Schon seit dem 30. März wird der für die Fernsehsparte von AP (APTN) arbeitende Kameramann Sami Shouker Naji festgehalten. Auch er befindet sich derzeit im Gefängnis Abu Ghurayb.

Ebenfalls in Haft befindet sich der für CBS arbeitende Abdul Amir Younis Hussein, der am 5. April von einem US-Soldaten angeschossen worden war. Vorgeblich gibt es Gründe anzunehmen, er könne "eine ernste Bedrohung für die Koalitionsstreitkräfte darstellen". Die Annahme, daß diese Bedrohung in seiner Sichtweise der Erschießung eines "vermutlichen Rebellen" liegt, ist sicherlich naheliegend. Auch er wird offenbar seit dem 22. April in Abu Ghurayb gefangengehalten.

Häufig wird den Journalisten zwar vorgeworfen, dem Widerstand nahezustehen oder die Besatzer anderweitig zu "gefährden", dies führt allerdings fast nie zu Anklagen und wenn doch, wie bei Ayad al-Tamimi und Ahmed Mutare Abass, so spielen hierbei offenbar persönliche Interessen und weniger entsprechende Vorwürfe eine entscheidende Rolle. Die beiden Männer wurden auf Betreiben des Bürgermeisters der Stadt Kawit von dessen Cousin zu Gefängnisstrafen wegen "übler Nachrede" verurteilt, nachdem sie mehrere kritische Berichte veröffentlicht hatten.





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