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Menschenversuche in Israel

"Schock" nach acht Jahren

10.05.2005  






Einem Bericht des britischen Telegraph vom Dienstag zufolge sind an Patienten in israelischen Krankenhäusern ohne deren Wissen oder Einwilligung Versuche vorgenommen worden.

Zu den als menschliche "Versuchskaninchen" mißbrauchten Patienten gehörten einem Bericht des staatlichen Aufsichtsbeamten der Gesundheitsbehörde, Eliezer Goldberg, zufolge alte Menschen ebenso wie Kinder und geistig Behinderte.

Alten Menschen wurde mit Tinte Fingerabdrücke auf Formularen abgenommen, um so ihr Einverständnis für die Experimente zu erhalten, obwohl sie bereits an Demenz litten und nicht im geringsten erfassen konnten, welche Folgen dies für sie haben könnte.

Kindern wurden absichtlich die Trommelfelle durchstoßen, um ein Medikament, daß in keinem anderen Land der Welt zugelassen ist, einzusetzen. Es kann kaum verwundern, daß die für derartige Experimente gesetzlich erforderliche Genehmigung des Gesundheitsministeriums nicht eingeholt worden ist.

In weiteren Fällen wurden nicht zugelassene Medikamente und verletzende Methoden an Patienten angewandt, teilweise von Forschern, die nicht einmal eine angeschlossene Medizinausbildung besaßen. In einem überdeutlichen Fall war der "Forscher" ein Angestellter des Unternehmens, daß die Behandlungsmethode vertrieb.

In mindestens 37 Fällen starben Patienten während diese Experimente an ihnen durchgeführt wurden. Obwohl dies innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden müßte, verstrichen in 21 dieser Fälle mehr als 7 Tage bis zur Meldung. In einigen Fällen dauerte es über einen Monat.

Goldbergs Jahresbericht, von dessen 106 Seiten sich mehr als die Hälfte diesen Experimenten widmen, besagt, daß der überwiegende Teil dieser illegalen Versuche in psychiatrischen, geriatrischen und Rehabilitations-Kliniken geschahen. Da dort mit der größten Wahrscheinlichkeit Patienten anzutreffen sind, die nicht mehr in der Lage sind, diese Experimente zu bemerken oder sich dagegen aufzulehnen, kann dies sicherlich kaum verwundern.

Angesichts der Tatsache, daß der israelische Gesundheitsminister Dan Naveh wegen der mangelnden Dringlichkeit, mit der entsprechende Gesetz behandelt werden - ein Gesetzentwurf zur Kontrolle derartiger Versuche ist nach acht Jahren noch immer nicht abgeschlossen worden - scheint sein "Schock" hinsichtlich dieses Berichts zumindest fragwürdig.

Auch wenn dieser Fall anscheinend nicht die Ausmaße eines vergleichbaren Falles von Menschenversuchen in Kinderheimen in New York annimmt - es ist nicht klar, wie viele der Menschen in Israel infolge der Versuche gestorben sind - so kann dies doch zweifellos ein weiteres Mal als Beispiel für die Menschenverachtung von Unternehmen der Medizinindustrie dienen.





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