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60 Prozent Verluste

Folgen von "Operation Matador" im Irak

12.05.2005  






Ein am Donnerstag von der Washington Post veröffentlichter Artikel belegt überdeutlich, daß der Widerstand im Irak auch bei der derzeit im Westen des Landes durchgeführten "Operation Matador" deutlich stärker und für die Soldaten folgenschwerer ist, als dies das US-Militär üblicherweise darstellt. Außerdem wird hier ein weiteres Mal offensichtlich, daß das US-Militär das wahre Ausmaß seiner Opfer verschweigt.

So berichtete AP am Donnerstag unter Berufung auf Hauptmann Jeffrey Pool, einen Sprecher des US-Militärs, daß ein Truppentransporter der US-Marines außerhalb der Stadt Husaybah von einer Explosion getroffen wurde, wobei 2 Soldaten getötet und 14 weitere verletzt wurden. Später veröffentlichte das US-Militär eine Meldung, der zufolge 2 US-Marines getötet wurden, als ihr Amphibienfahrzeug von einer Explosion getroffen wurde. Diese Meldung gab als Ort des Angriffs allerdings die Stadt al-Qa'im und die betroffene Einheit die 2. Marinedivision an.

Die für die Washington Post arbeitende Journalistin Ellen Knickmeyer ist derzeit in einer Einheit der US-Marines "eingebettet", die an "Operation Matador" gegen Widerstandskämpfer in Dörfern entlang des Euphrat nahe der syrischen Grenze beteiligt ist.

Sie verließ am Mittwoch einen amphibischen Truppentransporter ("Amtrac") der US-Marines nur wenige Augenblicke, bevor dieser von einer Explosion getroffen und zerstört wurde. Dabei wurden ihrem Bericht zufolge 4 US-Soldaten getötet und 10 weitere verletzt, womit ihre Gruppe ("Squad") nicht mehr existierte.

Der 1. Zug ("Platoon") der Lima-Kompanie des 3. Bataillons des 25. Regiments der 4. Marinedivision, zu dem neben zwei weiteren auch diese Gruppe gehörte, hat bisher insgesamt 60 Prozent Verluste - Tote und Verletzte - erlitten, so daß er faktisch nicht mehr einsatzfähig ist.

"Sie nannten sie 'Lucky Lima' ['Glückliche Lima']", sagte der Kommandeur der Kompanie, Major Steve Lawson. "Das hat uns jetzt eingeholt."

Schon zuvor hatte die Gruppe bei Kämpfen in Ubaydi schwere Verluste erlitten und mußte durch Soldaten anderer Einheiten wieder aufgefüllt werden. Knickmeyer zufolge kämpfte die Einheit am Montag und der vorangegangenen Nacht 12 Stunden lang mit Widerstandskämpfern, die sich in einem Haus verschanzt hatten, bis diese mit Hilfe von Granaten und der Bombardierung durch ein F-18-Kampfflugzeug getötet wurden und es ihnen möglich war, "die Leichen der toten Marines" zu bergen. Bisher hat das US-Militär erst den Tod eines Soldaten in Ubaydi gemeldet.

Mittlerweile existieren also drei unterschiedliche Berichte über bei einem Angriff auf ein Amphibienfahrzeug getötete US-Marines. Selbst, wenn man annähme, daß es sich hier um nur einen Angriff handelte, so würde das US-Militär doch zumindest den Tod zweier Soldaten verschweigen.

Dabei läßt die Journalistin keinen Zweifel daran, daß bei dem von ihr berichteten Angriff 4 Soldaten getötet worden sind.

"[Artilleriefeldwebel Chuck] Hurley und andere zogen ihre Kameraden aus dem Amtrac, als Flammen seine Munition zur Explosion brachten - sie 'auskochten'. Als Marines mit Tragen zu dem Amtrac liefen knallten Kugeln aus dem brennenden Wrack und flogen über hundert Meter. Die Marines liefen durch die Salve zurück und trugen dabei die Verwundeten. 'Los, los, los' riefen einige, die die Verwundeten herausbringen wollten. Die vier Toten waren in dem Fahrzeug gefangenen, sagte Lawson", so Knickmeyer in ihrem Artikel.

Auch wenn die Verlustquote von 60 Prozent möglicherweise nicht exemplarisch für die gesamten Verluste des US-Militärs bei dieser Offensive - an der nach US-Angaben über 1.000 US-Soldaten beteiligt sind - ist, so zeigen diese Widersprüche doch deutlich, daß die Zahlen in Wahrheit weitaus höher liegen dürften.





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