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Die anderen Folgen

Humanitäre Katastrophe (sicher nicht nur) in al-Qa'im

14.05.2005  






Ein am Freitag auf Islam-Online veröffentlichter Artikel belegt eindringlich die Folgen der "Offensive Matador" des US-Militärs für die irakische Zivilbevölkerung.

Demnach sind bereits hunderte Familien angesichts der US-Angriffe aus der Stadt al-Qa'im geflohen, während der Rote Halbmond - die Schwesterorganisation des Roten Kreuzes - davon sprach, daß die US-Offensive die Stadt in eine "große Katastrophe" verwandelt hat. Anwohner beklagten sich über den Gestank verwesender Leichen auf den Straßen und unter den Trümmern zerstörter Häuser.

Firdous al-Abadi, eine Sprecherin des irakischen Halbmonds, sagte, daß über 100 Familien aus al-Qa'im in das etwa 75 Kilometer entfernte A'ana geflohen seien. Eine unbekannte Zahl weiterer Familien ist ihr zufolge in die Städte Rawa und Haditha geflohen. "Mehr Menschen versuchen verzweifelt, die Stadt zu verlassen und unseren Informationen zufolge haben US-Streitkräfte alle Ausgangswege abgeriegelt", so al-Abadi am Donnerstag.

Die andauernden Kämpfe hinderten auch Hilfskonvois daran, die Stadt zu erreichen. "Die Situation ist sehr tragisch und könnte zu einer Katastrophe werden, weil die toten Körper in den Straßen liegengelassen werden", sagte der Arzt Walid al-Obeidi gegenüber Al-Quds Press am Freitag.

Nach Aussage von Flüchtlingen sind zahlreiche Unschuldige bei den Kämpfen zwischen die Fronten geraten und waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.

"Ich konnte nichts mitnehmen, da wir rannten, um den Kämpfen zu entkommen. Ein Scheich in seiner Moschee half uns", sagte Abu Omar gegenüber IRIN News. Einem AP-Bericht zufolge flüchtete Um Mazin mit ihrer Familie vor dem Bombardement durch das US-Militär.

"Die Amerikaner treffen nicht die Kämpfer, sie treffen die Häuser von Zivilisten", sagte sie.

Bei der Flucht gelang es ihr und ihrer Familie aber nicht, ausreichend Versorgungsmittel mitzunehmen. "Wir nahmen nicht genug Lebensmittel, Wasser, Medizin und Kleidung mit... und wir haben die Sandstürme satt", sagte sie. "Niemand kann jetzt zurückgehen und wir wissen nicht, was mit unseren Ehemännern geschehen ist." Die Familienoberhäupter bleiben häufig zurück, um den Besitz der Familie vor Plünderungen zu schützen.

"Der Irak kann nicht eine weitere humanitäre Katastrophe wie wie Fallujah ertragen. Unschuldige Menschen sind inmitten der Schlacht. Es ist ein Unrecht gegen das irakische Volk, insbesondere die Kinder", so al-Abadi.





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