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"Strategischer Rückzug"?

Sieg oder Niederlage im Westirak

15.05.2005  






Am Sonntag erklärte das US-Militär die "Operation Matador" genannte Offensive in der westirakischen Grenzregion zu Syrien in einer Mitteilung für "erfolgreich" und beendet.

Dabei seien insgesamt "über 125 Terroristen" getötet, "viele andere" verwundet und "39 Terroristen mit Informationswert" gefangengenommen worden. Schon nach dem ersten Tag der Offensive war die Zahl der getöteten Widerstandskämpfer seitens des US-Militärs allerdings mit 100 beziffert worden. Die eigenen Verluste gab das US-Militär in der Meldung nun mit 9 getöteten und 40 verwundeten Soldaten an. Da in der Vergangenheit bereits mehrfach Fälle aufgedeckt wurden, in denen versucht wurde, den Tod von Soldaten zu verschweigen, ist anzunehmen, daß die Zahl der Opfer auch hier in Wahrheit höher liegt. So fand beispielsweise der Abschuß zweier Hubschrauber nahe der Stadt al-Qa'im bisher keinen Eingang in die Meldungen des US-Militärs. Allein die Zusammenfassung der Website icasualties zeigt, daß mindestens 11 US-Soldaten bei der Offensive getötet wurden.

Mehrere widersprüchliche Meldungen, die auf Angriffe auf mehrere Truppentransporter bei der Offensive schließen ließen, wurden nun in der Meldung zu einem einzigen "zusammengefaßt", was aber insbesondere auch wieder dem Augenzeugenbericht einer anwesenden US-Journalistin widerspricht.

Angesichts der Tatsache, daß offiziellen US-Angaben zufolge 1.000 US-Soldaten an "Operation Matador" beteiligt waren, betrug die Verlustquote selbst den veröffentlichten Zahlen zufolge 5 Prozent - in nur einer Woche.

AP zufolge waren außerdem noch am Samstag in der Stadt al-Qa'im Widerstandskämpfer auf den Straßen zu sehen. Die mit Maschinengewehren und Panzerfäusten bewaffneten Kämpfer bewegten sich demnach frei in der Stadt, errichteten Kontrollpunkte und gelobten, die Stadt bei einer Rückkehr der US-Soldaten zu verteidigen.

Da die "Operation Matador" nun vom US-Militär zu einem "Erfolg" erklärt wurde, kam es offenbar nicht mehr zu diesem Kampf.

Der Verdacht, daß ein Rückzug zu einem Sieg umgedeutet werden soll, drängt sich hier zweifellos auf.



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