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"Hier ist es gefährlicher als im Irak"

Lügen für die Rekrutierungsquote

21.05.2005  






Seit Monaten gelingt es den Anwerbern des US-Militärs nicht mehr, die vorgegebenen Quoten neuer Rekruten zu erreichen. Ein Bericht des US-Senders Channel Cincinatti zeigt nun, daß die Anwerber "Interessenten" gegenüber auch vor offenen Lügen nicht zurückschrecken, um diese zur Unterschrift zu bewegen.

Der Sender hatte in mehreren Rekrutierungsbüros Gespräche der Anwerber mit vermeintlichen Interessenten mit versteckter Kamera gefilmt. Nicht nur, daß den Jugendlichen falsche Versprechungen hinsichtlich ihrer Verdienstmöglichkeiten gemacht werden, sie werden auch über die Gefahren einer solchen "Berufswahl" belogen.

So sagte ein Anwerber, es gäbe für das Unterzeichnen des Anwerbebogens Prämien von bis zu 20.000 US-Dollar und für die Oberschulausbildung Unterstützung von bis zu 70.000 US-Dollar.

"Es ist wahrscheinlicher hier in den Vereinigten Staaten zu sterben, bei einer Sterberate von, wieviel, 36 Prozent, die Leute sterben hier links und rechts, es ist wahrscheinlicher hier zu sterben als dort drüben", so einer der Anwerber. Würde diese Zahl zutreffen, so wären die USA binnen drei Jahren praktisch entvölkert. In Wahrheit liegt die Sterberate in den USA bei 0,555 Prozent.

Auch ein anderer Anwerber hielt den Irak offenbar für "familientauglicher" als die Stadt Columbia im US-Bundesstaat South Carolina. "Wenn man ins Internet geht und nachschaut, wieviele Todesfälle es im letzter Jahr, anderthalb Jahren in Columbia gab und das dann mit der Zahl der Todesfälle im Irak vergleicht, dann gibt es mehr Tote in Columbia, ohne Grund, keinen, wegen ein Paar Nikes, wegen einer Jacke, Leute stehlen Leuten die Brieftaschen, erschießen Leute. Es gibt mehr Todesfälle in Columbia - ich weiß es, ich bin gerade von dort zurückgekommen - als in der ganzen Zeit, in der ich im Irak war", sagte er.

Auf Nachfrage des Senders bei der Polizei von Columbia erklärte der Polizist Thomas Thomas, daß es im vergangenen Jahr in der Stadt Columbia insgesamt 16 Tötungsdelikte gegeben habe - und dies bei einer Einwohnerzahl von über 116.000 Menschen.

Die gleiche Lüge wurde auch von einem weiteren Anwerber genutzt. "Allein das Gebiet von Dayton, das sind vier oder fünf Landkreise, allein das Gebiet von Dayton, 1.500 Leute starben in zwei Wochen. Weißt du, woher das kam? Autounfälle. Diese Zahlen, die wir bekommen, bekommen wir von der richtigen Autobahnpolizei. Also, ich meine, all das Zeug ist Fakt. Also sieh es mal so. Wir haben bisher 1.500 Soldaten drüben im Irak verloren. Wir sind seit drei Jahren dort drüben. Wenn man das zusammenrechnet, 1.500 Leute starben in fünf Landkreisen in nur zwei Wochen, allein durch Autounfälle", so der Anwerber im Gespräch mit einem "Interessenten".

Tatsächlich sterben in einem ganzen Jahr im ganzen US-Bundesstaat Ohio weniger als 1.500 Menschen bei Autounfällen, die offizielle Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten beträgt bereits 1.631 und diese starben in zwei Jahren und zwei Monaten.

Als Reaktion auf den Bericht blieben am Freitag landesweit alle Rekrutierungsbüros geschlossen, um die Anwerber einer "Nachschulung" zu unterziehen. "Alle Anwerber werden aufgefordert werden, solche Behauptungen zu unterlassen, wenn sie keine Beweise dafür haben", so ein Sprecher des US-Militärs gegenüber dem Sender.



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