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Pressefreiheit all'italiano

Durchsuchung bei italienischer Zeitung

27.05.2005  






Wie die Organisation "Reporters sans frontières" (RSF, "Reporter ohne Grenzen") am Donnerstag berichtete, sind am Mittwoch die Redaktionsräume der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera von der italienischen Polizei durchsucht worden.

Dies geschah offenbar aufgrund eines am Mittwoch veröffentlichten Artikels mit dem Titel "Irak, die italienische Waffe der Guerillas. Das Geheimnis der Phantom-Beretta." In dem Artikel wurde berichtet, daß irakische Widerstandskämpfer offenbar über italienische Waffen vom Typ Beretta verfügen, was derzeit von den US-Besatzern, aber auch von den italienischen Behörden untersucht wird.

Die Redaktion ist demnach aufgrund einer Anordnung des Staatsanwalts Giancarlo Tarquini durchsucht worden, um Hinweise auf die "Lecks" zu finden, die zu dem Artikel geführt haben. Bei der Durchsuchung wurden sowohl der Verfasser des Artikels, Nunzia Vallini, für eine Stunde als auch der Herausgeber der Zeitung, Gianluca Di Feo, verhört. Die Polizisten durchsuchten Computer, Büros und Papiere von dort arbeitenden Journalisten.

Der Artikel der Zeitung "enthüllte", daß neben den infolge eines Vertrages aus den 80er Jahren an den Irak gelieferten Waffen dort offenbar auch neuere Modelle gefunden worden sind. So fanden US-Soldaten nach der Eroberung des Iraks vorgeblich 4.000 Waffen des Typs Beretta 92 in den Palästen Saddam Husseins.

Da es sich insbesondere bei der Beretta 92 um ein äußerst beliebtes Modell handelt - allein die US-Armee bestellte im Jahr 1985 eine halbe Million Stück dieser Waffe - kann dieser "Fund" allerdings ebensowenig verwundern wie die Behauptung des US-Militärs, daß sie in Händen von "Al-Qaida"-Kämpfern im Irak gefunden worden sei. Darüber hinaus wurde dieses Modell auch in anderen Ländern, beispielsweise Brasilien und China, aber auch den USA, hergestellt.

RSF forderte in einer Reaktion die italienischen Behörden auf, den journalistischen Schutz von Quellen, der in Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschrieben ist, zu respektieren.



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