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Rumsfeld kritisiert Al-Jazeera

04.06.2005  






Wie Reuters am Samstag berichtete, hat der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den arabischen Fernsehsender Al-Jazeera bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur scharf kritisiert.

Darüber hinaus beschuldigte er den Sender zumindest indirekt, die Menschen im Irak und allgemein im Mittleren Osten zum Widerstand gegen die andauernde Besatzung des Iraks durch die USA - nach offizieller Sichtweise der USA also zum "Terrorismus" - aufzustacheln.

Offenbar ist auch Rumsfeld klar, daß eben jene Nachrichten, die von der überwiegenden Zahl der US-Medien ignoriert - oder je nach Sichtweise, unterdrückt - werden, ein vollständigeres Bild über die Situation im Irak und die Folgen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges also, deutliche Auswirkungen auf die Haltung zur Besatzung haben.

"Wenn irgendjemand im Mittleren Osten lebt und einen Sender wie Al-Jazeera Tag um Tag um Tag schaut, selbst wenn es ein Amerikaner ist, würde er aufwachen und fragen, was falsch laufe", sagte Rumsfeld. Interessant ist hier zweifellos Rumsfelds Formulierung, daß Zuschauer "aufwachten", sollten sie regelmäßig Al-Jazeera schauen.

"Aber in Amerika läuft nichts falsch. Es sind die Leute, die im Fernsehen die Köpfe von Leuten abschneiden, das ist falsch", so Rumsfeld weiter. "Und Fernsehsender, die es zeigen und fördern und jedes Mal sofort darauf anspringen, wenn es einen Terroranschlag gibt, unterstützen die Anschläge."

Tatsächlich hat Al-Jazeera zwar wiederholt Videoaufnahmen von im Irak festgehaltenen Geiseln gezeigt, die um ihr Leben flehten - häufig mit Forderungen nach dem Abzug der Besatzungssoldaten ihre Heimatlandes aus dem Irak verbunden - aber noch nie ein Video, das die Ermordung einer Geisel selbst zeigte.

Dies wurde auch von dem Sprecher des Senders, Jihad Ballout, in einer Stellungnahme betont.

"Während wir hart daran arbeiten, eine umfassende und ausgewogene Berichterstattung von allem, was im Irak passiert, zu liefern - die Menschen haben offensichtlich ein Recht zu erfahren, was dort passiert - haben wir niemals Bilder von der Enthauptung einer Geisel", so Ballout.

Ballouts Hinweis, daß derartige Videos im Internet weit verbreitet seien und Al-Jazeera aufgrund seines Rufs fälschlicherweise damit in Verbindung gebracht würde, dürfte kaum Rumsfelds Behauptung erklären. Weitaus wahrscheinlicher scheint es, daß Rumsfeld eben diese falsche Annahme untermauern wollte um so seinen Standpunkt zu stützen, daß Al-Jazeera zumindest mit "Terroristen" sympathisiere und daher keineswegs vertrauenswürdig sei.



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