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Unbekannte Oberschurken

Verzweifelte Erfolgsmeldungen aus dem Irak

04.06.2005  






Immer wieder kommt es in letzter Zeit seitens der US-geführten Besatzungstruppen im Irak zu Meldungen über die erfolgreiche Gefangennahme von "hochrangigen Terroristen". Üblicherweise handelt es sich dabei um "enge Vertraute", "Stellvertreter" oder auch um "Finanzverwalter", häufig des vorgeblichen "Oberterroristen" im Irak, "Abu Musab al-Zarqawi".

Obgleich die Wichtigkeit dieser Gefangenen jedes Mal betont wird, so fällt doch auf, daß ihre Namen nie zuvor erwähnt wurden.

Gleiches geschah nun auch wieder am Samstag. So berichtete AP, daß ein Mitglied der "irakischen Armee" erklärt hat, die "irakische Polizei" habe einen "Spitzen-Terroristenführer" im Osten von Mosul zusammen mit dessen Bruder und vier weiteren Männern nach einem kurzen Feuergefecht gefangengenommen.

Generalmajor Khalil Ahmed al-Obeidi zufolge handelte es sich bei dem Gefangenen um einen angeblich als "Mullah Mahdi" bekannten Mann, der Verbindungen zur Ansar al-Sunnah-Armee und zum syrischen Geheimdienst habe.

"Er wurde wegen fast aller Autobomben, Ermordungen hoher Beamter, Enthauptungen irakischer Polizisten und Soldaten und wegen Angriffen gegen die multinationalen Streitkräfte gesucht", so al-Obeidi.

Während zu vermuten wäre, daß ein derart gefährlicher Mann - selbst al-Zarqawi werden nicht "fast alle" genannten Taten im Irak zur Last gelegt - auch häufig in Berichten Erwähnung findet, zeigt eine Suche, beispielsweise mit Google, daß es mit der Bekanntheit dieses Mannes offenbar nicht weit her ist. Der einzige Bericht, der einen vermeintlichen Befehlshaber der Widerstandskämpfer im Irak erwähnt, ist ein Artikel der britischen BBC vom März dieses Jahres. Und selbst dort wurde "Mullah Mahdi" nur in der Sendung "Terrorismus im Griff der Justiz" des "irakischen" Fernsehsenders al-Iraqiya , in der vorgebliche "Terroristen" dazu "motiviert" werden, sich vor laufender Kamera ihrer "Taten" zu bekennen, nicht von dem "Schuldigen" selbst, sondern nur von dem ihn "befragenden" erwähnt.

Auch die Behauptung, es sei nur zu einem kurzen Feuergefecht gekommen weckt angesichts der vorgeblichen überragenden Position des Gefangenen innerhalb des irakischen Widerstands starke Zweifel an dieser Darstellung.

Tatsächlich weckt auch allein schon der Name "Mullah Mahdi" mehr als deutlichen Zweifel an dieser Geschichte. Zwar nimmt der "Mahdi" in der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam nicht eine so vorherrschende Stellung ein wie in der shiitischen, trotzdem scheint es äußerst unwahrscheinlich, daß sich ein Mullah nach ihm benennt. Dem shiitischen Glauben zufolge befindet sich der "Imam Mahdi" derzeit in der Phase der "Verborgenheit", an deren Ende er die Herrschaft über die Welt übernehmen und ihr "Gerechtigkeit, Frieden und Glück" bringen wird.

Die sunnitische Glaubensrichtung geht deutlich offener mit dem Begriff "Mahdi" um, so wird dieser Titel dort auch für den vierten Kalifen Ali, dessen Sohn Hassan und weitere wichtige Personen verwendet. In der Vergangenheit wurde diese Bezeichnung dort auch für Anführer - auch militärische - verwendet, beispielsweise al-Mahdi im Sudan des 19. Jahrhunderts, der sich gegen die britischen Besatzer aufgelehnt und die Stadt Khartoum im Jahr 1885 erobert hatte. Zwar würde dieser "Mullah Mahdi" durchaus eine Stellung gegen "Unterdrücker von Muslimen" einnehmen, es scheint aber kaum wahrscheinlich, daß sich ein islamischer Geistlicher ("Mullah") selbst einen derart anmaßenden Namen gibt.

Vielmehr fällt hier auf, daß dieser "Name" zwei Hauptgegner der USA verbindet. Einerseits nannten und nennen sich die hochrangigen Taliban Afghanistans "Mullah", andererseits hat der irakische Geistliche Muqtada al-Sadr seine Miliz "Jaish al-Mahdi" ("al-Mahdi-Armee") genannt.

Tatsächlich scheint es, als würden die USA - die auch weiterhin die "irakische Polizei" und die "irakische Armee" kontrollieren - hier "Erfolge" selbst erschaffen.



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